Ein kleiner Disclaimer sei gleich vorangestellt: Ich weiß viele Blogger finanzieren sich über Kreditkartenwerbung. Dieser Blogeintrag wird nicht bezahlt, deswegen auch keine Links ^^

Wer viel fliegt kann davon ein Lied singen: Aus Gepäck wird munter gestohlen, Koffer werden fehlgeleitet und Luggage geht verloren. Dazu hat man immer wieder Benachrichtigungen des Zolls im Gepäck, dass das Gepäckstück zur Kontrolle geöffnet wurde. Und immer wieder sind meine Sachen durchwühlt, von wem auch immer. Das alles ist mir schon passiert und hat eine gewisse Paranoia bei mir zurückgelassen. Ich möchte eigentlich, dass keiner mein Gepäckstück berührt oder irgendetwas damit macht. Nicht einmal in einem Hotel gebe ich mein Gepäck dem Portier, denn schon manche Hotels haben mein Gepäckstück verloren und ich konnte es dann in einem Raum suchen und identifizieren. Bei kurzen Flügen reise ich mit Handgepäck und bei längeren Flügen buche ich Business- oder First-Tickets, dort kann ich zwei Handgepäckstücke mitnehmen und muß es nicht den Airlines anvertrauen.

Jetzt ist mir wieder so eine Geschichte passiert. Ich musste ein Gepäckstück aufgeben, da die glorreichen europäischen Fluglinien auf die Idee gekommen sind, alle Passagiere in der gleichen Klasse, nämlich Economy, zu transportieren. Genau ein Flug, nämlich der Erste, war in der Economy, sonst hatte ich alle Flüge in der Business oder First gebucht, wo ich zwei Handgepäckstücke mitnehmen hätte können. Soweit ist es aber nicht gekommen, denn bei diesem Economy Flug ist mein aufgegebenes Gepäck vollkommen irre geleitet worden. Und wie immer im Leben, wenn etwas schief geht, dann geht es richtig schief. Während ich also auf Weltreise war, war mein Gepäck auf Europareise und schlußendlich hat es wochenlang in Wien auf mich gewartet. Die Airline hat es nicht geschafft oder wollte es nicht schaffen, mir mein Gepäck nachzusenden. Gut, dass bei Airlines die Lost Luggage Abteilung und die Wartung der Flugzeuge nicht zusammengelegt ist, dann hätte ich mein Vertrauen in die Fluglinien wahrscheinlich gänzlich verloren.

Die Möglichkeiten, die einem Fluggast bei fehlgeleitetem oder verlorenem Gepäck bleiben sind beschränkt. Es gibt zwar internationale Verträge, die z. B. eine Kompensation für ein verlorenes Gepäckstück angeben. Wenn eine Airline aber auf stur schaltet, dann schaut es schlecht aus. Ich habe schon erlebt, dass Airlines freiwillig  Gepäck abgegolten haben. Bei meinem fehlgeleiteten Gepäck, das über Wochen verschollen war, hat man aber nur mit Textbausteinen geantwortet, auf eine Entschädigung der Airline warte ich noch immer. Es bliebe mir eigentlich nur der Weg über meine rechtsfreundliche Vertretung. Da ergeben sich aber gleich mehrere Probleme, wie Gerichtsstandort von Airlines, Buchung über einen Drittanbieter, Prozessrisiko. Dieser Weg ist sehr mühselig und risikobehaftet.

Und jetzt an dieser Stelle kommen die Kreditkarten ins Spiel. Gute Kreditkarten kommen in den Gold- und Platinumversionen (bei Diners immer) mit Gepäckversicherung. Die Versicherungssumme hängt von der jeweiligen Karte ab und ist natürlich an Bedingungen geknüpft. Die Hauptbedingung ist meistens, dass man die Reise mit der Kreditkarte bezahlt hat. Empfehlen möchte ich zwei im deutschsprachigen Raum erhältliche Kreditkarten: American Express (Platin oder Gold) oder Dinersclub.

American Express, weil man zusätzlich zu der Gepäckversicherung noch über Membership Rewards Meilen oder Hotelpunkte sammeln kann.

Die Versicherungssummen sind bei der Amex wie folgt:
American Express Platinum Gepäckverspätung: 400 Euro für Einkäufe (nach 4 Stunden); weitere 400 Euro (nach 48 Stunden)
American Express Platinum / Gold Gepäckverlust: 3000 Euro
American Express Gold Gepäckverspätung: 300 Euro für Einkäufe (nach 4 Stunden); weitere 300 Euro (nach 48 Stunden)

Dinersclub, weil zusätzlich zur Gepäckversicherung der Zutritt zu ca. 500 Airport Lounges kostenlos ermöglicht wird.

Die Versicherungssummen sind bei der Diners wie folgt:
Dinerslcub Gepäckverspätung: 300 Euro für Einkäufe (nach 4 Stunden)
Dinersclub Gepäckverlust: 2000 Euro

Natürlich gibt es bei beiden Karten Anbietern eine Reihe von Ausschlüssen. Den wichtigste Punkt stellt das Bezahlen der Reise mit der Kreditkarte dar. Meilenflüge gelten bei Diners als Bezahlung mit Karte, bei American Express werden Meilenflüge nicht klar als Bezahlung definiert. Nach mündlicher Auskunft bei Amex, sollte man, wenn man die Steuern und Gebühren mit der Kreditkarte bezahlt hat, auch die Leistungen der Gepäckversicherung nutzen können. Sinnvoll ist es aber bei allen Anbietern, die Geschäftsbedingungen zu kennen.

Wie war der Praxistest? Meine Reise habe ich vollkommen mit der American Express bezahlt. Mein Gepäck war dann einmal 24 Stunden verschollen. Ich habe einen Schadensfall bei Amex eröffnet und bin einkaufen gegangen. Dann war irgendwann mein Gepäck eine Woche verloren und ich habe die nächste Einheit konsumiert. Man muß in Vorleistung treten, aber eine Woche nachdem ich die erforderlichen Unterlagen an Amex gesandt habe, hat die Versicherung bereits die volle Summe bezahlt. Gut gemacht!

Lostluggage