Seit Jahren kann man das Intercontinental Marseille immer mit einer Best Rate buchen. Am Anfang noch mit einer stornierbaren Rate (Review, Review, Review) – Das war wirklich eine böse Geschichte. Das Hotel war noch nicht einmal offen, aber die Preise waren hochgeladen und man konnte wild Best Rates einreichen. – Bei meinem letzten Aufenthalt (Review) war “nur” eine Best Rate mit einer nicht-stornierbaren Buchung möglich.

Für die Neueinsteiger: IHG verspricht mit der Best Rate Guarantee den billigsten Preis auf der IHG Buchungsseite. Findet man ein günstigeres Zimmer bei einem alternativen Anbieter, schenkt IHG (eigentlich das Hotel) das Zimmer her. Bei einem stornierbaren Preis ist das Risiko bei einer Ablehnung durch IHG (das kommt aufgrund der komplizierten AGB’s häufig vor) minimiert. Bei einer nicht-stornierbaren Buchung und einer Ablehnung müsste man das Zimmer dann eben bezahlen.

IHG hat aber diesen Winter einen Sale mehrfach aufgelegt. Ich muss meinen Royal Ambassador Status erneuern und so wurde das jetzt das erste Mal im Intercontinental Marseille eine bezahlte Übernachtung.

Verglichen zu meinen Aufenthalten vor zwei Jahren war der letzte Stay 2015 dort eher enttäuschend. Das Hotel, Lage und Hardware sind gut, aber die Performance war mehr als holprig. Nervendes Reinigungspersonal, ein nicht wirklich ordentliches Upgrade und ein extrem kleines Zimmer waren keine guten Vorzeichen für diesen Aufenthalt.

Der Check-in war freundlich, aber als man mir wieder ein so kleines Executive Zimmer wie bei meinem letzten Aufenthalt (Review) andrehen wollte, ist meine Stimmung gekippt. Man hat gemerkt, die Mitarbeiter an der Rezeption waren an Vorgaben durch das Management gebunden. Nach einiger Verhandlung gab es dann als Royal Ambassador Upgrade eine Junior Suite.

In der Junior Suite angekommen, musste ich leider merken, dass diese Junior Suite einfach ein um ein paar Quadratmeter größeres Executive Zimmer ohne Terrasse gewesen ist. Ok, nein das wollte ich mir nicht gefallen lassen und bin wieder zur Rezeption gegangen. Royal Ambassador bedeutet ein Upgrade in eine Executive Suite oder Executive Zimmer. Ein Executive Zimmer ist eigentlich eine Junior Suite. Dieses Zimmer war definitiv keine Junior Suite. Nachdem ich meine Bedenken dargelegt habe, fand sich dann eine größere Junior Suite mit Terrasse.

Diese Junior Suite war noch immer eigentlich keine Junior Suite. Es war einfach ein größeres Zimmer mit einem Badezimmer mit einem Fenster. Dazu hatte es eine große Terrasse, ein Schreibtisch hat wie bereits in dem Executive Zimmer bei meinem letzten Aufenthalt (Review) auch in dieser Junior Suite gefehlt. Es gab ein Bett, zwei Sessel, einen Tisch und zwei Beistelltische beim Bett. Das war die Einrichtung der Junior Suite, sehr seltsam für eine Suite.

Die Junior Suite selbst war sauber, aber sie war sehr klein für eine Suite und Einrichtung hat gefehlt. Was mich aber wirklich gestört hat war der gleich angrenzende Lift. Wer gibt wirklich die teuersten Zimmer eines Hotels neben einen Lift. Das wird für mich immer ein Rätsel bleiben.

Der diensthabende Manager hat sich dann irgendwann vorgestellt. Man hat ihn gerufen, da ich ja nicht wirklich zufrieden war. Auch dieser Manager war nicht sehr flexibel. Der beste Ausspruch war: “… und sie glauben, sie kommen als Royal Ambassador in ein Hotel und bekommen dort so einfach eine Suite …”. Naja, irgendwie habe ich das Programm schon so verstanden und es wurde ja auch so konzipiert. Das Intercontinental Marseille versteht das nicht so, aber das ist nicht mein Problem. Dann sollen sie sich einer anderen Kette anschließen, aber auch dort müssen sie Upgrades hergeben.

Um es klarzustellen: Die Hardware, Design und Lage des Hotels sind super. Der Pool und der Fitnessraum sind genial. Ich mag die Location in der Mitte der Stadt. Und das flotte Design in diesem historischen Gebäude ist faszinierend. Wenn man in einem fast menschenleeren Hotel aber um Upgrades feilschen muss, dann läuft irgendwie etwas falsch.

Wieviele Royal Ambassadors gibt es? IHG sagt selbst 1% der Kunden haben diesen Status. Man hat die Anzahl der Royal Ambassadors im letzten Jahr aber halbiert, da man keine Einladungsgutscheine mehr zu einer Qualifizierung eines Royal Ambassadors dazu gibt. Man wurde früher zum Royal Ambassador Programm eingeladen (mehr als ca. 60 Nächte) und bekam dazu ein sogenanntes Referral Certificate mit dem man jemand anderen auch zu einem RA machen konnte. Jetzt gibt es diese Gutscheine nicht mehr. Die Anzahl der RA’s muss damit drastisch gesunken sein. Nimmt man aber die 1% an, dann gibt es bei einem ausgebuchten Intercontinental Hotel Dieu vielleicht zwei Royal Ambassadors. Und für diese zwei Gäste kann man in einem leeren Hotel keine Suite finden?

Würden sich alle Hotels im IHG Verbund so geben, dann hätte ich bereits das Weite gesucht. Man kann in der letzten Zeit eine Verbesserung im Royal Ambassador Programm merken. Die Upgrades werden konsistent besser und die Hotels großzügiger. Solche Ausreißer wie das IC Marseille sind eher eine Seltenheit.

Und wie bei einem Déjà vu haben am nächsten Tag die Putzfrauen wieder den ganzen Tag mit Anrufen genervt. Wenn man aber den meisten Gästen einen Late-Check-Out (den bekommt bereits jeder Ambassador) garantiert, dann muss sich ein Hotel auch darauf einstellen.

Fazit: Irgendwie war ich froh dort abzureisen …

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