Ende der 90er bin ich über ein Prospekt über das Grand Hyatt Shanghai gestolpert. China war damals ein dunkler Fleck auf der Landkarte für mich, aber dieses Hotel hat mich fasziniert. Ich wollte es unbedingt besuchen. Zwischenzeitlich hat man das Park Hyatt Shanghai gegenüber errichtet und es hat mich dann immer in dieses Hotel gezogen (Review, Review, Review, Review, Review). Das Park Hyatt ist toll, der Pool und die Aussicht atemberaubend, aber man sieht immer auf das Grand Hyatt gegenüber und so musste es einmal ein Aufenthalt im Grand Hyatt sein.

Ich liebe die Möglichkeit bei Hyatt Suiten zu reservieren. Hyatt erlaubt es ja, echte Upgrade Reservierungen zu schaffen. Mit 6000 Punkten ist man mit dabei. Meine freundliche private-line Mitarbeiterin hat das für mich erledigt.

Gleich bei der Ankunft hat sich das Hotel nicht von seiner besten Seite gezeigt. Ich hatte meine Yuan zu Hause vergessen, Taxifahrer in Shanghai nehmen keine Kreditkarten und so brauchte ich Geld, um den Taxifahrer zu bezahlen. In Hotels dieser Kategorie erwarte ich ein wenig Hilfe mit Taxifahrern. Die können kein Englisch und man kann sich nicht verständigen. Ich habe ihn gebeten, dem Taxifahrer zu erklären, dass ich mir Geld vom ATM holen würde und er einfach mit eingeschaltetem Taxameter warten sollte. Aber anstelle das zu tun, hat er nur lapidar mitgeteilt es gibt da keinen Bankomat und ich solle mir einen suchen. Freundliche Hilfestellung sieht anders aus. Er hat auch beschlossen, sich mit anderen Mitarbeitern über mich lustig zu machen. Und das versteht man in jeder Sprache, eigentlich ein No-go und ein unmögliches Verhalten.

Der Check-in war freundlich. Für den Check-in in die Club Lounge zu fahren habe ich abgelehnt, an der Rezeption geht es normalerweise schneller. Auch das Grand Hyatt hat die unschöne Angewohnheit den Hyatt Diamond Willkommens-Brief einfach den Gästen in die Hand zu geben. Auch das finde ich unmöglich, ich bin kein Briefträger.

Die Suite war neu renoviert und prinzipiell in Ordnung. Obwohl es aber eine Nichtraucher-Suite war hat es nach altem Aschenbecher gerochen. Ein klassisches Problem asiatischer Hotels. In Suiten wird gerne geraucht, auch wenn es verboten ist und das Hotel eine Reinigungsgebühr einhebt. Für mich war klar: Zimmerwechsel. Ich bin zurück an die Rezeption, weil normalerweise geht das dann schneller. Für eine neue Zimmerkarte wartet man oft ewig. Es gab eine neue Suite einfach eine Etage darüber. Ok, auch diese Suite hatte wieder den Geruch “alter Aschenbecher” und auch dort wollte ich nicht bleiben. Ich bin kein militanter Nichtraucher und habe mit Rauchgeruch kein Problem, aber es gibt bei allen Dingen einen Grenzwert. Den hat das Grand Hyatt weit überschritten. Jetzt hat die ganze Angelegenheit bereits eine Stunde gedauert und ich habe das Problem eskaliert. Der diensthabende Manager hat dann persönlich eine Suite gesucht und mich in das andere Zimmer gebracht. Und diese Suite hatte keinen Geruch, naja warum nicht gleich?

Die Executive Suite war der Junior Suite sehr ähnlich, hatte aber eine Aussicht auf den Bund und Jin Mao Tower. Die Suite war perfekt sauber, im Stil “Grand Hyatt” eingerichtet, die Details gut ausgearbeitet und sehr angenehm. Leider war das Wetter nicht so gut und deswegen die Aussicht nicht so atemberaubend, wie sie eigentlich wäre.

Der Grand Hyatt Club war genial. In einer hohen Etage, wie ein Restaurant über den Wolken. Evening Spread und Frühstück hatten ein ausgezeichnetes Niveau.

Die Harware chinesischer Luxushotels ist immer perfekt. Pool, Fitnesscenter und Spa dürfen da nicht fehlen. Das Grand Hyatt spielt da natürlich auch mit, wenngleich ein Update gut tun würde. Mit dem Park Hyatt gegenüber kommt man nicht einmal annähernd mit.

Das Hotel ist architektonisch sehr interessant. Es ist wirklich hoch und das riesige Atrium ist einzigartig. Sonst finde ich es aber sehr düster und die Aussicht ein wenig verstellt. Auf mich hat alles einen sehr gedrückten und gedrungenen Eindruck gemacht.

Gerne schreibe ich bei Hotel Reviews so Sätze wie “… jeder Mitarbeiter war überaus freundlich …”. Das kann man im Grand Hyatt jetzt nicht wirklich behaupten. Ich würde den Stil des Personals so beschreiben “… jeder Mitarbeiter war überaus indifferent …”.

Ein Feature gefällt wirklich. Das Grand Hyatt Shanghai bietet wie einige wenige Hotels in China freies Internet an. Genannt wird das “Hong Kong Internet” und befindet sich vor der Great China Firewall. Twitter, Facebook, Youtube usw. funktionieren ohne Problem.

Fazit: Von der Leistung des Grand Hyatt Shanghai bin ich angesichts der hohen Preisgestaltung nicht nicht so ganz überzeugt.

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