Für Neulinge in diesem ganzen Spiel, kann es einigermaßen verwirrend werden. Vor allem dann wenn Blogger Dinge versprechen oder loben, die so eigentlich gar nicht sind …

AndazTokyo1

Als ich mich stärker mit diesem Hobby beschäftigt habe, gab es bereits Blogger. In Foren und bei Bloggern konnte man sich sehr reale gute Informationen holen. Naja, aber die Zeiten haben sich ein wenig gewandelt. Gerade bei den Bloggern ist es ein wenig irrealer und unrealistischer geworden.

“Ein First Flug um 89 Euro”

Das liest man derzeit immer wieder und immer wieder. Es ist aber keine Error Fare, sondern Blogger wollen damit ein Meilenticket in der First beschreiben. Man verschweigt aber die 100 000 Meilen, die das First Ticket eigentlich gekostet hat. Die Kosten sind lediglich die Steuern und Gebühren, den Preis für die Meilen verschweigt man.

Das bedeutet nicht, dass es so billige und geniale First Tickets auch nicht mit Meilen gibt. Vor einem halben Jahr konnte man um 250 Euro Qatar A380 First Tickets mit dem Meilenprogramm von GOL reservieren (Meine 250 Euro QATAR A380 FIRST Tickets).  Also solche Sachen gibt es schon immer wieder, gerade auch bei Error Fares. Aber ein klassisches Meilenticket kostet eben nicht 89 Euro, die eingesetzten Meilen muss man auch berücksichtigen.

Ist man da neu dabei, wirkt das absolut einschüchternd. Wie schaffen die das, so billig ein First Ticket zu reservieren? Ja sie schaffen es, wenn man die Meilen dafür verschweigt.

Absurde Upgrades

Ich habe eine Begabung mir absolut unnötige Informationen zu merken. Und ich merke dann natürlich auch, wenn etwas nicht stimmt. Ein sehr großer US Blogger ist Hyatt Platinum. Er fliegt nach Japan, geht ins Andaz und bekommt dort ein Upgrade in ein XXL Zimmer. Als Hyatt Diamond landet man in einem normalen Zimmer mit Aussicht, als berühmter Blogger landet man in einem absolut tollen Upgrade.

Das Andaz Tokyo hat nicht viele XXL Zimmer und ganz wenige Suiten. Ein solches Upgrade ist deswegen recht unrealistisch. Gerade für einen Hyatt Platinum absolut unrealistisch. Wenn man aber dem Hotel vorher eine Email schreibt, kann ich mir das schon vorstellen.

Ja, ich habe das schon ausprobiert (genau einmal). Die Hotels sind sehr daran interessiert sich in der Öffentlichkeit gut darzustellen. TripAdvisor wurde schon sehr stark mit geschönten Reviews infiltriert, die Blogger haben da immer eine Ausnahme dargestellt. Ein Sprichwort sagt: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Naja und warum nicht einen Blogger beschenken. Er wird dann wahrscheinlich nicht schlecht über dieses Hotel schreiben.

Die Lifestyle Blogger haben die Einladungen der Hotels ja zu einer Hauptquelle der Aufenthalte gemacht. Der Review ist dann aber meiner Meinung nach vollkommen unrealistisch. Die meisten Travel-Hacker Blogger bestehen darauf, sie würden das nicht machen. Naja, aber da gibt es in letzter Zeit immer mehr Ungereimtheiten.

Wenn ich in einer tollen Suite lande, dann erkläre ich das. Ich schreibe den Hotels nicht: Ich komme und bei meinen teilweise doch sehr vernichtenden Reviews kann ich mir nicht vorstellen, dass sie es wissen. Wenn ich in einer tollen Suite lande, dann ist das Hotel ausgebucht, eine Kakerlake herumgelegen oder ein Zimmer verdreckt. Es ist das aber nicht, weil ich dem Hotel mit mehreren Emails bereits im Vorhinein erkläre, welcher berühmter Blogger jetzt kommt. Naja, das bin ich auch nicht, wenngleich schon einige Leute meinen Blog lesen ;)

Auf was will ich hinaus? Naja, mittlerweile sollte man auch die Reviews der Travel Blogger ein wenig kritischer sehen. Ist man selbst kein Blogger und ein normaler Kunde, dann ist man mitunter erstaunt, wie die Realität wirklich aussieht. Das normale Upgrade ist vielleicht nicht die Royal Suite ;)

Absurde Geschenke

Immer dann werde ich skeptisch, wenn absurde Geschenke bei manchen Reviews vorkommen. Bei manchen Bloggern warten riesige Früchtekörbe mit Torten und auch der Beschriftung mit dem Instagram oder Twitter Account des Bloggers.

Nein, die Hotels haben von dem Blogger nichts gewusst. Es hat auch keine Email vorher gegeben. Der Koch hat sich einfach gedacht, na dann mache ich mal ein schönes Willkommensgeschenk für den unbekannten Gast. Naja, aber woher hatte er den Instagram oder Twitter Account?

Nein, natürlich hat man dann alles genauso gemacht wie immer. Da hat es auch keine spezielle Suite gegeben.

Übertreibungen

Man kann natürlich alles behaupten. Man hat im Jänner bereits die Distanz bis zum Mars im Flugzeug zurückgelegt. Man schläft 365 Nächte in Hotels. Als Blogger kann man auf einem Blog alles schreiben.

Naja, wie gesagt, mir fallen gern Ungereimtheiten auf. Wenn man 365 Nächte in Hotels schläft, warum gibt es dann nur 80 Hotel Reviews pro Jahr? Oder warum nur 2 Trip Reports, wenn man aber eine Distanz bis zum Mars geflogen ist ;)

Warnung

Mittlerweile schreibe ich schon einige Jahre in diesem Business und es hat sich etwas geändert. Es ist irrealer geworden. Man sollte sich derzeit doch sehr kritisch den Travel Bloggern nähern.

StRegisShenzhen1