Der Guru (Randy Petersen) hat geladen und seine Jünger pilgerten nach Washington. In der Boardingarea Konferenz sind zum dritten Mal alle Boardingarea Blogger zusammengekommen …

bacon

Die erste Boardingarea Konferenz war in der Zentrale, dem House of Miles in Colorado Springs. Dann war man zwei Jahre später in Las Vegas. Nun hat Randy Petersen zeitgleich zum Ende des US Präsidentschaftswahlkampfes nach Washington geladen.

Ich erkläre mal das ganze Umfeld. Randy Petersen war ein Mitbegründer von Flyertalk. Er hat sich dann dort zurückgezogen. Wer die ganze Geschichte lesen möchte, findet auf Flyertalk hunderte vielleicht sogar tausende Beiträge darüber. Er hat immer schon im Umfeld der Vielfliegerszene Projekte betrieben. Randy hat das Magazin Insideflyer herausgegeben. Bei den Freddie Awards kürt man jährlich das beste Hotel- und Airlineprogramm. Er zeichnet verantwortlich für Boardingarea.com und die angeschlossenen Pages (z. B. Prior2Boarding.com). Daneben laufen noch unzählige andere Projekte. Alles wird vom House of Miles in Colorado Springs gesteuert.

In diesem Video bekommt man ein wenig einen Eindruck von Randy Petersen: Frequent Flyer

Mein Blog hier ist ja mein Hobby und so bin ich relativ unbedarft der Einladung von Randy Petersen gefolgt. Es wäre ja mal nett das ganze Team vom House of Miles zu sehen und auch die anderen Boardingarea Blogger kennen zu lernen. Ich wollte das einfach alles mal real mitbekommen. Man ist da in Europa schon ein wenig von der US Szene abgeschnitten.

Noch vor der Konferenz hatte ich ein Gespräch mit Randy. Er ist ein extrem freundlicher und sehr visionärer Guru Typ. Boardingarea ist gerade sein großes Projekt und funktioniert ausgezeichnet. Ich bin wirklich stolz da mit dabei zu sein.

Wie sich das gehört habe ich Randy ein Gastgeschenk mitgebracht. Der hat ja eigentlich alles bezahlt, meine Lufthansa First nach Washington nicht, aber sonst alles. Ist jemand so großzügig, dann bringt man etwas mit. Das gehört sich einfach. Randy ist nebenbei auch ein Hobby-Cowboy. Ich bin dann ins Antiquitätengeschäft gegangen und hab’ dort wirklich schöne ungarische Pferdepeitschen aus dem 19. Jh. gekauft. Die hat ihm dann die TSA bei der Rückreise nach Colorado Springs scheinbar abgenommen. Lektion gelernt: Keine Peitschen im US Handgepäck. Bei mir war es kein Problem. Ich habe mich noch in Prag mit dem Security Agent über seine Pferde unterhalten. Auch in München habe ich problemlos die Lufthansa First nach Washington bestiegen. Der US Zoll hatte auch keine  Schwierigkeiten damit. Vielleicht wirke ich sehr vertrauenswürdig ;) Letztlich sind die Peitschen irgendwie nach Colorado Springs gekommen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Bei der Konferenz selbst ging es um Blogger Zeug. Eine Session war über SEO. Einmal ging es um Schreibbarrieren. Marriott Rewards und SPG Manager haben ihre weiteren Vorhaben skizziert. Manager unterschiedlichster Firmen haben erklärt, wie man als Blogger in Kontakt mit einer Firma treten kann. Ein Vortrag war über US Copyright.

Immer wieder hat Randy Ausblicke gemacht. Auch das Team hat Veränderungen an der Page vorgestellt. Immer wieder ist es auch in eine Motivationsansprache gekippt. In einer Session haben sich die längst-gedienten Boardingarea Blogger vorgestellt und ihre Rezepte verraten.

Am Abend ging es dann immer in eine Bar. Randy hat auch für die Abendgestaltung gesorgt und sich auch da großzügig gezeigt.

Bei Konferenzen ist meistens der Inhalt gar nicht so interessant. Vielmehr sind die kleinen oder auch größeren Details spannend.

Ehrlich gesagt war die ganze Konferenz für mich extrem anstrengend. Normalerweise hat man – so kenne ich das – bei Konferenzen ähnliche Personengruppen. Das gehobene Management lässt es sich bei einem Meeting relativ gut gehen. Man nörgelt ein wenig über die Visionen des Top Managers, aber jeder weiß was er zu tun hat. Im unteren Management möchte man gequält werden. Nein wir brauchen keine Mittagspause, dafür will ich aber eine Beförderung. Bei akademischen Konferenzen freut man sich andere gleichgesinnte Wissenschafter kennen zu lernen. Die Bücher haben sowieso alle gelesen, aber sie fühlen sich dann nicht so alleine. Treffen sich Techniker ist sowieso alles extrem chillig. Sie wissen, dass nichts ohne sie geht, aber sie sind großzügig und schenken der Menschheit ihr Wissen.

Immer hat man es bei solchen Konferenzen mit einer bestimmten Gruppe zu tun. Man kann sich darauf einstellen und es gibt gesellschaftliche Rahmenbedingungen.

Bei Boardingarea hat Randy versucht extrem diverse Blogger zusammenzuführen. Das Konzept von Boardingarea wird einem erst klar, wenn man die Blogger alle mal gesehen hat. Es wäre ja nicht lustig, immer ähnliche Geschichten zu lesen. Deswegen hat Randy scheinbar versucht ganz unterschiedliche Charaktere auf dieser Plattform zu vereinen. Ein faszinierendes Konzept, denn Langeweile bringt keine Leser!

Ein wenig seltsam fand ich den Hype um manche Blogger. Ich mache das aus einem Hobby heraus und brauche kein Idol. Das Thema Meilen, Punkte, Hotel- und Airlineprogramme bekommt in den USA derzeit medial viel Aufmerksamkeit. Regelmäßig sitzen Blogger in den Newsrooms und sprechen in den USA über diese Programme. In Österreich oder Deutschland ist das eigentlich undenkbar. Vielleicht wird man mit dieser verstärkten Popularität dann so. Travelwithmassi.com und ich konnten das nur mehr mit einer Dosis Sarkasmus aushalten.

Die Motivationsreden haben mich auch ein wenig irritiert. Sie sind in Europa gänzlich unbekannt. Vielleicht findet man das bei Veranstaltungen zum Verkauf von Plastikgeschirr oder Reinigungsmitteln. Sonst gibt es das eigentlich nicht. War aber mal interessant, so etwas zu sehen.

Gerade mit den bodenständigen Hobby-Bloggern habe ich mich gut verstanden. Da sieht man noch den Geist in den Augen funkeln. Auch Randy hat sich dieses Charisma behalten.

Wer sich ein wenig unterhalten möchte, der sei auf einen Flyertalk Thread verwiesen. Hier lästern User auf Flyertalk über Boardingarea. Das hat schon etwas Amüsantes: Boarding Area’s Fall