Eine sehr berechtigte Frage! Park Hyatt, Andaz oder Grand Hyatt Tokyo? Welches Hyatt soll man buchen?

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Ein sehr netter Leser – seit Anfang meines Blogs vor Jahren – hat mich jetzt gefragt, welches Hyatt Hotel ich denn als Hyatt Diamond in Tokyo empfehlen würde. Als Hyatt Fanboy eine sehr berechtigte Frage. In keiner Stadt gibt es so eine Auswahl an außergewöhnlichen Hyatt Hotels wie in Tokyo.

Zunächst einmal schließen wir ein Hotel aus. Das Hyatt Regency Tokyo wird schon ein liebes Hotel sein, aber wir fliegen nicht soweit, um dann in einem Hyatt Regency zu schlafen. Es geht also um Grand Hyatt, Andaz und Park Hyatt Tokyo. Alle drei Hotels bewegen sich auf einem ähnlichen Preislevel. Das beste Hotel muss also unter diesen drei Bewerbern gefunden werden!

Andaz Tokyo (Review)

Das Andaz ist das jüngste Hyatt Hotel in Tokyo. Es bewohnt die obersten Etagen eines Hochhauses in Toranomon. Zu Tokyo Tower und Kaiserpalast ist es ein kurzer Spaziergang. Die Lage für die erste Erkundung der Stadt deswegen eigentlich sehr gut. Zu Shimbashi Station ist es ein kurzer Hüpfer und von dort kommt man mit der JR Yamanote Line zu den wichtigen Stadtzentren Tokyo, Ueno, Ikebukuro, Shinjuku und Shibuya. Rund um das Hotel findet man Lokale und ein lebendiges Tokyo.

Das Hotel ist absolut modern und futuristisch eingerichtet. Man hat mitunter den Eindruck in einem Raumschiff zu sein. Alles sehr hochwertig und passt perfekt nach Tokyo. Die Zimmer sind ein wenig klein geraten, dafür entschädigt die enorme Aussicht.

Die Hardware ist enorm. Gerade der Pool mit Aussicht auf Tokyo und das Fitnesscenter sind schon echt sehr schön.

Leider nimmt das Andaz Tokyo nicht am Hyatt Diamond Upgrade Programm Teil. Auch mit 6 000 Punkten kann man keine Suite buchen. Es gibt zwar größere Zimmer, die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr hoch einfach in einem Zimmer mit Aussicht zu landen. Aber alle Zimmer im Andaz haben Aussicht.

Das Andaz leidet ein wenig an der W-Hotel-Krankheit. Man vergisst auch im Andaz gern ein wenig, eigentlich ein Luxushotel zu sein. Nur cool und hip reicht halt mitunter nicht immer.

Grand Hyatt Tokyo (Review)

Das Grand Hyatt liegt im edlen Bezirk Roppongi. War mal Ginza der Ort für nobles Japan – und ist es auch noch – so findet der Geldadel seine Geschäfte jetzt in Roppongi. Möchte man in Tokyo viel Geld ausgeben, dann muss man dorthin. Restaurants, Geschäfte, noble Villen und viel Geld machen die Gegend aus. Für touristische Aktivitäten ist man nicht perfekt aufgestellt. Zur JR Yamanote Line ist es schon ein Stück.

Das Grand Hyatt ist ein wirklich luxuriöses Grand Hyatt. Sehr edles Design und Gestaltung. Die Zimmer in absoluter Perfektion. Von den höheren Etagen und auch aus der Lounge hat man eine Aussicht, aber sie ist sicher nicht so spektakulär wie beim Andaz oder Park Hyatt.

Ein Pool und ein kleines Fitnesscenter sind vorhanden (in Japan mitunter nicht der Fall), aber leider in einem düsteren Raum ohne natürliches Tageslicht. Bei der Hardware strauchelt man da ein wenig. Dafür gibt es eine sehr gute Club Lounge mit Champagner.

Als Hyatt Diamond ist sicher ein Upgrade mit einem Upgrade Voucher zu überlegen. Gerade die Suiten im Grand Hyatt sind schon wie aus einer anderen Welt. Selten sieht man so eine Perfektion und solche high-end Suiten!

Park Hyatt Tokyo (Review)

Das Park Hyatt ist sicher das bekannteste Hyatt Hotel in Tokyo. Das Hotel selbst ist ja Hauptdarsteller des Bill Murray Films “Lost in Translation”. Wer den Film gesehen hat, der wird beipflichten, es ist wirklich so crazy dort ;)

Das Park Hyatt befindet sich in den Spitzen eines Hochhauses gleich gegenüber des Rathauses von Tokyo im Stadtteil Shinjuku. Die Aussicht aus diesem echt hohen Gebäude in Tokyo ist atemberaubend. Besser geht kaum mehr in Tokyo. Auf der einen Seite hat man die Stadt Tokyo und Shinjuku Station, auf der anderen Seite zeigt sich bei gutem Wetter der Mount Fuji.

Die Lage selbst ist nicht wirklich gut. Zu Shinjuku Station und damit zu den Hauptverbindungen Tokyos (auch JR Line) ist es echt ein längerer Spaziergang (es verkehrt ein Hotelshuttle). In der ganzen Gegend sind riesige Bürotürme. Richtig lebendig erscheint dieses Stadtviertel wenig.

Das Park Hyatt schwebt gewissermaßen über der Stadt Tokyo. Rundherum ist wenig Action, aber das Park Hyatt ist eine Art fremder Planet. Man sitzt da oben im Hotel und ist wie in einer anderen Welt.

Das Hotel hat man in den 90er Jahren komplett crazy eingerichtet. Das Design ist einmalig und echt ein Hammer. Seither ist aber wenig passiert und für japanische Verhältnisse ist es ein wenig in die Jahre gekommen.

Die Hardware ist einmalig. In einer der Spitzen des Hotels ist der Lost in Translation Pool. Auch dort gibt es ein exzellentes Fitnesscenter. Die New York Bar in der anderen Spitze zieht viele Leute an und ist noch immer eine Destination im Nachtleben Tokyos. Sollte man schon mal gesehen haben.

Das Park Hyatt hat ein extrem hohes Servicelevel, wenngleich es in den Jahren ein wenig verloren hat. Es ist nicht mehr ganz so crazy wie vor 10 Jahren und bei Lost in Translation, aber noch immer außergewöhnlich.

Leider zieht das Hotel sehr viele schaulustige Touristen an. Der Lobby Bereich ist deswegen ein wenig mühsam. Ins Hotel lässt man aber niemanden vor.

Für einen Hyatt Diamond gibt es echt tolle Suiten mit einem Diamond Suite Upgrade. Das Frühstück bekommt man 24 Stunden über den Roomservice oder am Morgen im Restaurant. Als Ersatz für die Lounge bietet das Park Hyatt eine Art Happy Hour, die ich aber ein wenig peinlich gefunden habe. Die war mal in der New York Bar, aber hat man leider abgespeckt und ist jetzt nicht mehr wirklich zu besuchen.

Die Antwort ist also nicht so einfach. Für Sightseeing das Andaz. Für die Aussicht das Park Hyatt. Für high-end Suiten das Grand Hyatt. Für den Pool das Andaz. Für das Fitnesscenter das Park Hyatt. Für eine Club Lounge das Grand Hyatt.

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