Review eines Business Flugs auf einer der außergewöhnlichen Austrian Strecken. Jerewan – Wien im A320 …

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Jerewan (EVN) – Wien (VIE)
Austrian A320 – Business
Günstiges Osteuropa Ticket Prag – Wien – Jerewan (Return)
Champagner: Keiner

Austrian muss man einfach für eine Sache loben: Das außergewöhnliche Streckennetz. Austrian fliegt wirklich komplett seltene Destinationen an. Diese Airline hat eine ständige Verbindung in den Irak und Iran. Mehr Beispiele braucht man eigentlich gar nicht zu bringen. In diese Unternehmensphilosophie reiht sich die Destination Jerewan ein. Nur ganz wenige europäische Airlines fliegen Jerewan an und eben Austrian. Über den Umweg Prag konnte ich das Business Ticket auf den Preis eines Economy Tickets drücken. In der Eco wollte ich mir einen so einen langen Ritt da runter nicht geben.

Jerewan Airport wird ganz selten angeflogen und weitgehend alle Flüge dorthin starten oder landen in der dunkelsten Zeit der Nacht. Weit nach Mitternacht war auch der Austrian Flug von Jerewan nach Wien angesetzt. Beim Check-in war schon wirklich was los. Wie schon beim Hinflug (Trip Report) war das Durchschnittsalter extrem hoch. Armenien ist für Bibelreisen, Pfarrgruppen und Studienreisen das was für Backpacker Goa ist. Die älteren Herrschaften haben alle einen leicht erschöpften Eindruck gemacht. Wahrscheinlich haben sie ja in den letzten Tagen alle mittelalterlichen Klöster in Armenien besucht und sie hatten alle eine kleine Schlagseite. Die Stimmung war schon sehr crazy.

Der Check-in beim Business Schalter hat wenige Minuten gedauert und dann war ich schon bei der Sicherheitskontrolle. Einige ältere Damen haben sich noch schnell bei der Sicherheit vorgedrängt, so als ob es beim Öffnen des Supermarkts am Morgen wäre. Ich habe sie walten lassen, denn die waren so müde, dass sie das überhaupt nicht mitbekommen haben. Die Ladies waren komplett fertig und neben sich. So eine Studienreise dürfte schon sehr anstrengend sein :DDD

Die Wartezeit konnte ich in der schönen Business Lounge (Review) des Flughafen verbringen. Von der Lounge aus hatte man einen super Blick auf alle Gates (eine Handvoll) des Flughafen Jerewan und konnte die Vorbereitungen gut beobachten. Als es dann ernst wurde, einfach mit dem Lift runter und zum Gate.

Eine lange Schlange hat sich schon gebildet gehabt. Business darf einfach vorher einsteigen. Bitter, aber so ist es. Ich habe mich deswegen schräg an die Spitze der Schlange gesetzt. Es war faszinierend manche Mitreisenden Herren zu beobachten. Die hatten den Eindruck, ich würde mich vordrängen und haben sich richtig aufgebaut. Das Phänomen kann man im Supermarkt oder beim Bäcker schön ausprobieren. Einfach ohne etwas zu sagen oder zu bestellen an die Spitze einer Schlange gehen. Die Körpersprache ist dann herrlich. Das Boarding der Business hat begonnen und ich war wie sooft der erste Passagier im Flugzeug.

Die inner-europäische Business ist ein meiner Meinung bei den meisten Airlines ein wenig problematisch. Man blockiert den Mittelsitz in den ersten Reihen und bietet das Economy Essen vergangener Zeiten, voila eine Business wurde erschaffen. Austrian ist da wie viele europäische Anbieter unterwegs. Meiner Einschätzung nach schon ein wenig rustikal. Vielleicht sollte man sich mal anschauen was arabische Airlines auf noch kürzeren Strecken veranstalten: Qatar Airways A320 First Doha (DOH) – Abu Dhabi (AUH) oder Qatar Airways A320 First Abu Dhabi (AUH) – Doha (DOH)

Das Boarding war durchwegs strange. Ständig hat Pilot und eine Flugbegleiterin durchgesagt, dass sich die Passagiere beeilen sollen, weil die Maschine sonst nicht pünktlich starten könnte. Der Flug war aber bereits um eine halbe Stunde unpünktlich gelandet. Dann die Gäste zu hetzen fand ich unpassend. Gerade auch zu so einer unchristlichen Zeit.

Irgendwann war dann der A320 bis auf den letzten Platz besetzt. Eine Familie zum Arztbesuch nach Wien war noch in der Business. Einige ältere Damen hatten ein Operational Upgrade bekommen. Weil es ja in Jerewan wenig Traffic gibt, war die Maschine schlußendlich auch sehr schnell in der Luft und auf dem Weg nach Wien.

Die Flugbegleiterin der Business war spannend. Sie hat niemanden gegrüßt und auch das Essen gab es wortlos. Dann ist sie beim Getränkeservice aufgetaut und hat sogar gefragt, was ich denn trinken möchte. Aber das war dann schon die weitere Kommunikation.

Das Catering hat mich nicht ganz überzeugt. Es gab nur eine Auswahl und das war ein Omelett. So aufgewärmte Eigerichte zum Frühstück finde ich ein wenig schwierig. Hat auch nicht wirklich geschmeckt.

Der Flug war weitgehend ereignislos. Die Flugbegleiterin musste nur noch einige Male ausrücken und die Toilette der Business verteidigen. So eine Schlange bei der Toilette der Business kann wenig, hat es aber dann nach der Wache über den Vorhang zwischen Eco und Business auch nicht gegeben.

Meine Umstiegszeit für den Weiterflug nach Prag in Wien war kurz bemessen. Der A320 von Jerewan war noch dazu zu spät gelandet. Seltsam war der Pilot, der gemeint hat “… und wieder ein pünktlicher Flug mit Austrian”. Eine halbe Stunde Verspätung würde ich jetzt nicht als pünktliche Landung bezeichnen, aber das liegt sicher im Blick des Betrachters. Eigentlich habe ich mit so einer Verzögerung meinen Weiterflug schon dahin gesehen. Die Gäste nach Prag wurden aber extra ausgerufen und ein persönlicher Transfer hat schon vor dem Flugzeug gewartet. Mit einem kleinen Bus ging es zur Passkontrolle, dann zu einer Mini-Sicherheit und gleich auf den Flug nach Prag. Das hat vollkommen perfekt geklappt und ich war zeitgleich mit den anderen Passagieren dort.

Fazit: Viel luxuriöser kann man von Europa nach Jerewan einfach nicht fliegen. Best-Friend mit der inner-europäischen Business werde ich aber nicht …

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