Von Südarmenien ging es über den Selim Pass zum Sevan See. Aufgrund widriger Bedingungen war der Pass eigentlich geschlossen. Dort oben war es dann wie in einem Naturfilm …

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Der Selim Pass (Vardenyats Mountain Pass) verbindet Südarmenien mit dem Sevan See. Es geht da auf 2400 Meter rauf und die Verbindung ist häufig aufgrund schlechter Wetterverhältnisse gesperrt. Ein längerer Umweg über Jerewan hätte mich auch an mein Ziel gebracht. Der Weg über den Selim Pass sollte aber spektakulärer sein.

Am Fuß des Berges sind schöne Täler, Dörfer mit mittelalterlichen Klöstern und es lohnt dort sich ein wenig umzusehen. Dann aber sollte es über den Pass gehen. Irgendwann bin ich dann vor einer Absperrung gestanden. Der Übergang schien gesperrt zu sein. Ein weißer Lada Taiga (das Hauptfahrzeug in Armenien) hat mich überholt. Ein Mann hat die Absperrung mit dem Fuß weggetreten und ist mit einer Rauchwolke rauf auf den Pass. Naja, was der kann, kann ich auch. Ich bin ihm dann  halt einfach nachgefahren. Mehr als zurückfahren und den Weg über Jerewan zu nehmen, konnte mir nicht passieren. Mit der Rowdy Fahrweise hat er mich schnell abgeschüttelt und ich war alleine. Mulmig war es schon ein wenig.

Es hat sich dann schön langsam gezeigt, warum der Pass gesperrt war. Bei der Auffahrt war eine Seite der Straße aufgrund heftiger Steinschläge nicht befahrbar. Und es sind ständig riesige Brocken runtergefallen. Sie sind aber alle auf der dem Berg zugewandten Seite liegen geblieben.

Man fährt da eine Abzweigung der Seidenstraße. Ganz oben auf dem Pass konnte man sich eine Karawanserei aus dem Mittelalter ansehen. Ein echt schön mystisches Gebäude.

Dann musste ich über ein Hochplateau, wo sich der wahre Grund der Sperre gezeigt hat. Auf einmal war ich inmitten eines Naturfilms. Aufgrund des Regens und der Schneeschmelze ist der ganze Berg in Bewegung geraten. Der Schnee gemischt mit Hochwasser hat dort alles überflutet. Ständig haben sich neue Wasserläufe gebildet. Geröll ist abgegangen. Die dort oben lebenden Tiere waren alle aufgescheucht und unterwegs. Ein wahrhaft sehr spektakuläres Naturschauspiel.

Leider waren Teile der Straße überflutet. Ich habe dann schon meine fahrerischen Fähigkeiten auspacken müssen. Bei der Abfahrt hatte man dann den riesigen Sevan See vor sich. Armenien liefert da schon sehr starke Eindrücke.

Ob man wirklich gesperrte Straßen im Kaukasus befahren sollte, bin ich mir nicht so ganz klar. War aber eine nette Fahrt ;) Prinzipiell sollte man bedenken, dass jede Ortsdurchfahrt in Armenien und auch in Georgien ein Offroad Trail ist.

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