Hat man Studenica nicht gesehen, hat man Serbien nicht verstanden. Das Kloster in den Wäldern ist untrennbar mit dem Nationalheiligen Sava verbunden …

Wer schon mal in Belgrad gewesen ist, wird über die moderne riesige Kathedrale zum Heiligen Sava gestolpert sein. Die Osmanen haben in Belgrad im 16. Jh. als Strafaktion die Gebeine des Nationalheiligen verbrannt. Im 20. Jh. hat man an dieser Stelle den Dom des Heiligen Sava begonnen zu errichten. Ein kleiner Einblick in die serbische Seele ist damit schon mal gegeben.

Der Heilige Sava ist untrennbar mit der Geschichte der Serben verbunden. Dieser Heilige ist eine Schlüsselfigur für die Nation der Serben und er gilt langläufig als Begründer der Orthodoxen Kirche Serbiens. Er hat zwar nicht das Christentum in diese Gegend gebracht, war aber der erste Bischof der Serbisch Orthodoxen Kirche.

Seine Lebensgeschichte ist absolut spektakulär. Ich empfehle den Wikipedia Beitrag! Eine sehr lesenswerte Biographie. Ein adeliger Jugendlicher und Herrscher der Herzegowina wird Mönch am Athos, Bischof, gründet die Orthodoxe Kirche von Serbien, bereist die ganze damalige Welt und schafft es sogar, dass sein Vater die Herrschaft niederlegt und auch Mönch wird. Eigentlich unglaublich: Sava von Serbien

Der Vater vom Heiligen Sava hat Studenica noch während seiner Herrschaft (er wird ja auch Mönch) im 12. Jahrhundert gestiftet. Nach seiner Rückkehr vom Athos war der Heilige Sava eine Zeit Abt in diesem Kloster und auch Bischof der neuen Kirche. Somit schließt sich der Kreis.

Studenica liegt total verwunschen in einem riesigen Wald. Es ist das ein klassisches Wehrkloster Serbiens. Die hatten schon sehr viel Angst und mussten sich schützen. Von der künstlerischen Gestaltung ist Studenica jetzt nicht wirklich spektakulär. Die Geschichte des Klosters und des Heiligen Savas machen es aber total interessant.