Auf einem First Ticket muss man den Heiligen Gral der Lufthansa besuchen. Der First Class Terminal in Frankfurt zählt ja weltweit zu den absoluten Top Lounges …

Lufthansa hat eigentlich den ganzen Airport Frankfurt mit Lounges überzogen. Selten sieht man so viele Lounges und so eine Dominanz einer Airline an einem Flughafen. Einmal durch den Airport und man kommt geschätzt an hunderten Hinweistafeln für Lounges vorbei. Auf einem First Ticket hätte ich natürlich gleich im Airport bleiben können. Auch da gibt es First bzw. HON Circle Lounges. Mich zieht es aber immer magisch in den First Class Terminal.

Da muss man jetzt mal was erklären. Der First Class Terminal ist beim Haupteingang des Airports, dort wo auch die Hotels sind. Man muss also ganz raus, geht in den FCT und wird dann zum Flugzeug mit der Limousine gefahren. Vom First Class Terminal gibt es also immer eine Rundfahrt zum Flugzeug. Bleibt man im Airport in einer First Lounge und hat das Flugzeug einen Finger, wird man zu Fuß auf den Weg geschickt. Will man eine Tour über den Airport und eine der besten Lounges auf dem Markt erleben, dann muss man raus und wird man auf einen kleinen Wandertag geschickt.

Ich bin also zum Ausgang. Das ist in Frankfurt schon ein ordentlicher Marsch. Dann ging es vorbei an Training Center, Döner Buden, am Taxistand und einer öffentlichen Toilette. Irgendwie eine seltsame Gegend. Daraufhin um die Ecke, man sieht schon das Schild Lufthansa First Class und auf einmal ist man in einer anderen Welt. Die Vorfahrt ist penibel begrünt, beim Eingang vernimmt man ein kleines Schild Lufthansa und eine Orchidee. Ich liebe Lufthansa für ihr nobles Understatement bei der First. Wäre da nicht die große Aufschrift Lufthansa First Class auf dem Gebäude, würde man es nie als als First Class Terminal einordnen können.

Kommt man zu Fuß, dann muss man noch eine Etage hoch, zum eigentlichen Haupteingang und der Vorfahrt der Lounge. Dort hat mich ein super netter Mitarbeiter begrüßt, mir meinen Pass abgenommen und mich durch die private Sicherheit in die Lounge gebracht. Er hat mich dann in dieses Wunderland für Erwachsene entlassen. Zur Boarding Zeit würde er mich in der Lounge finden und zum Wagen bringen.

Der First Terminal hat viele Sitzbereiche, Büros, Restaurant, Bar, Zigarrenlounge, Tageszimmer und die berühmten Badwannen bzw. Duschen. Die ganze Lounge ist in einem sehr schönen Industriedesign gehalten. Also mir gefällt das Ambiente und der Stil.

Eigentlich wollte ich mich in die Wanne werfen. Die überaus freundliche und gleichzeitig coole Dame bei den Nassräumen hat gemeint, dass das am Wochenende heute schwierig wird. Duschen könnte ich sofort haben, aber die Badwannen wären sehr beliebt. Gerade am Wochenende. Eine Dusche hat es auch getan. Die Nassräume finde ich auch sehr gut gelungen. Gute Produkte, luxuriös und penibel sauber.

Man sollte nie – never ever – hungrig in eine First einsteigen. Man kostet sich in der Luft ja dann schon durch und trinkt auch ein wenig über den Durst. Das mit leerem Magen verschafft Übelkeit. Also ging es noch schnell ins Restaurant.

Die meisten Gerichte wurden in Buffet Form angeboten. Ich hätte mir gern ein Schnitzel bestellt – das gibt’s nur aus der Küche -, aber nach meiner Champagner Bestellung war die Lady verschwunden. Ein kleiner Salat hat auch gereicht und war wahrscheinlich klüger, als sich das österreichische Nationalgericht zu geben.

Schönes Feature der First Lounge ist die Champagnerkarte. Einige Leser haben mich auf die gut sortierte Bar hingewiesen. Da bin ich aber leider kein wirklicher Spezialist ;)

Für eine Stunde habe ich dann noch mit einem Glas Champagner die Lounge genossen und pünktlich hat man mich zum Boarding abgeholt. Es ging dann eine Etage runter zu den Gates – sie nennen es so, eigentlich ist es der Parkplatz der Limousinen – und mit dem Mercedes als einziger F Passagier nach Bahrain (Gibt’s auf diesem F Flug Champagner? Auf nach Manila (über Saudi Arabien) …).

Ich bin vom First Terminal echt überzeugt. Da macht Lufthansa schon alles sehr gut und richtig.