Es gibt sie, es sind nicht sehr viele, aber manche Hotels wollen partout kein Upgrade hergeben …

Vielleicht bin ich ein wenig naiv. Vielleicht ist es auch meine Herkunft aus dem deutschsprachigen Raum. Wir neigen ja dazu, Dinge die man irgendwo regelt, auch ernst zu nehmen. Wenn ich in einem Hotel mit einer Top-Tier Mitglieschaft schlafe, dann will ich auch die Zimmerkategorie, die mir laut den Geschäftsbedingungen zusteht.

Es kann sein, dass das anderen Nationen egal ist. Möglicherweise nehmen das einige Reisende lockerer, aber ich zahle mir meine Aufenthalte selbst und möchte dann eigentlich mindestens genau, was mir mit dem jeweiligen Status zustünde.

Hyatt hat 2017 das Loyalitätsprogramm gewaltig umgestellt. Für den Top-Tier Status braucht man jetzt 60 Nächte, was bei den eher wenigen und teuren internationalen Hyatt Hotels doch eher schwierig ist. Die Leistungen des Globalist Status sind aber enorm, deswegen ist in meinen Augen 60 Nächte durchwegs gerechtfertigt.

Die stärkste Neuerung bei Globalist sind die Upgrades in die besten verfügbaren Zimmer inklusive der Standardsuiten. Daneben kann man natürlich die Globalist Upgrade Voucher verwenden und bei vier Aufenthalten zu je einer Woche ein Zimmer in eine Suite umwandeln. Auch normalerweise sollte es eben das beste verfügbare Zimmer inklusive der Standardsuiten trotzdem geben.

Ich bin einfach ein gebranntes Kind. In kein Hotel gehe ich, ohne bereits mein Upgrade zu kontrollieren. Bei SPG und IHG sehe ich das Upgrade bereits in der App, bei Hyatt leider nicht. D. h. bevor ich bei Hyatt einchecke, schaue ich immer, was sie noch an Zimmern verkaufen. Die meisten Hyatt Hotels sind extrem großzügig und das folgende Beispiel ist sicher nicht für die Marke repräsentativ. Bei Hyatt ist sogar eher das Gegenteil zu beobachten. Die meisten Hyatt Hotels behandeln ihre World of Hyatt Globalist Member wie eine königliche Hoheit.

Ich bin um 15:00 ins Hyatt Regency Dubai. Die Einheimischen nennen das Hotel das alte Hyatt.

Der Check-in war dann eigentlich eine lehrbuchartige Lektion, wie man einem Gast kein Upgrade geben möchte.

1.) Sie haben ein Zimmer gebucht. Als Globalist bekommen sie Club Zugang.
Ich habe mich beschwert.
2.) Wir sind ausgebucht.
Ich habe auf die Buchungsseite verwiesen. Alle Zimmer werden verkauft.
3.) Ah sie bekommen ein Upgrade in ein Club Zimmer.
Ich habe auf die Buchungsseite verwiesen. Sie verkaufen mehrere Suiten.
4.) Die Suite ist nicht verfügbar. Der Gast hat einen Late Check-out. Es wird sicher vier Stunden dauern.
Ich warte.
5.) Die Suite ist aber eine Raucher Suite und sie sind Nichtraucher.

Zunächst also kommt “Wir sind ausgebucht”. Dann gibt man stückchenweise die Upgrades raus. Gibt der Gast irgendwann auf, hat man gewonnen. Lässt der Gast nicht locker, dann versucht man noch das gewünschte Upgrade schlecht zu machen. Andere Varianten wären, dass man am nächsten Tag früher aus der Suite raus muss, weil es einen Early Check-in gibt oder die Suite nicht renoviert ist.

Die Geschichte läuft häufiger und habe ich schon unzählige Male bei allen Ketten erlebt. Normalerweise sind die Hotels aber nicht so hartnäckig und spielen es nicht vollkommen durch. Das Hyatt Regency Dubai hat es aber wirklich durchgezogen.

Ich wollte wirklich auf die Suite warten und sie mir ansehen. Nach einigen Stunden Wartezeit habe ich aber die Lust verloren und die Reißleine gezogen. Ich habe dann ausgecheckt und mich mit dem Hotel auf einen Refund des Zimmerpreises geeinigt.

Mir ist schon klar, dass die Hyatt Buchungspage nicht 100% exakt ist. Sie bildet die Buchungslage nicht just-in-time ab. Man kann aber trotzdem keine Suiten verkaufen, die es nicht gibt.