Review des Park Hyatt Goa! Nicht wirklich ganz mein Hotel! Nein, würde ich nicht mehr machen …

Wer schlimme Reviews nicht aushält, sollte jetzt aufhören zu lesen. Dieser Review wird leider nicht ganz nett. Auch als Hyatt Fanboy sollte ich ehrlich sein und das werde ich hier auch bleiben.

Park Hyatt Goa und Grand Hyatt Goa (Review) haben ein ähnliches Preisniveau. Für eine Woche wollte ich ins Grand Hyatt und dann für eine weitere Woche ins Park Hyatt. Damit der Aufenthalt in Bezug auf ein Upgrade problemlos wird, habe ich ein World of Hyatt Globalist Suite Upgrade auf die Reservierung legen lassen. Vom Grand Hyatt ging es also mit dem Hoteltaxi zum Park Hyatt.

Gleich der erste Eindruck war nicht wirklich gut. Die Lobby war überfüllt und chaotisch. War ich im Grand Hyatt (Review)  innerhalb von einigen Minuten in einer Suite, so sollte es im Park Hyatt doch länger dauern. Schon die ersten gelangweilten und indifferenten Mitarbeiter haben sich gezeigt. Davon sollte es ja ganz viele geben.

Also hieß es einmal warten. Dann hat sich irgendwann ein Mitarbeiter der Rezeption um mich gekümmert, aber gemeint, ich sei zu früh dran. Die Check-in Zeit sei erst und ich müsste warten. Man hat mich also in der Lobby geparkt. Als Welcome Drink gab es lapidar das Angebot: “Coconut or beer”, was ich so noch nie bekommen habe. Eine Managerin hat sich dann auch vorgestellt. Die war ganz nett, aber auch sie konnte mich nur vertrösten. Auf meine Suite hatte ich zu warten. Ich bin dann das ganze Hotel bis zum Strand abgegangen. Zwei Stunden später, eine Stunde nach der Check-in Zeit gab es meine Suite. Ach, wie liebe ich Hotels, die auf Check-in Zeiten verweisen, sie selbst aber nicht einhalten.

Die Suite wurde mir als schönste Suite des Park Hyatt angekündigt. Dem war aber nicht so ganz. Vom Design und Größe fand ich sie ja gar nicht so schlecht. Sie hatte aber eindeutige Abweichungen von Sauberkeitsstandards internationaler Hotels. Die Fenster hat man seit Wochen nicht geputzt, auf der Terrasse war Baustaub, in allen Ecken war irgendwo Schmutz, die Toilette hat wie ein indisches Bahnhofsklo gerochen und war definitiv nicht sauber. Viele Gegenstände waren heavy used und hatten so eine eingetrocknete Schmutzschicht. Der View war auf die Baustelle des neuen Konferenzzentrums des Hotels. Ständig hat man da ein Klopfen gehört. In dieser Suite sollte ich jetzt eine Woche bleiben. Auf keinen Fall!

Mir hat das so gereicht, dass ich mit der eigentlich netten Fr. Manager einen Rundgang durchs Zimmer gemacht habe. Da waren sie einfach sehr weit weg von irgendwelchen internationalen Standards. Ich erspare euch die Fotos.

Zwei Stunden später gab es dann eine andere Suite. Der Umzug war ein wenig schwierig. Der Mitarbeiter, der mich in die neue Suite bringen hätte sollen, hat die Zimmerkarten vergessen. Ich bin also vor der neuen Suite ohne Zimmerkarte gestanden. In seinem Tempo wahrscheinlich für eine halbe Stunde. Die ganze Vorstellung hat mir gereicht. Ich bin selbst zur Rezeption und fünf Minuten später hatte ich meine Schlüssel und war in der Suite.

Die neue Suite war eine bessere Kategorie. Sie dürfte man scheinbar erst kürzlich renoviert haben. Sie war echt nett, jetzt sauber und auf die Details hat man gut geachtet. Wäre die andere Suite in diesem Zustand gewesen, hätte ich mich nicht beschwert, aber war sie leider nicht.

Am nächsten Morgen hat sich eine weitere Schwäche des Resorts gezeigt. Das Frühstück war ein komplettes wirres Chaos. Die Restaurants waren übervoll. Das Buffet war nicht ganz sauber und die offene Küche hat einen auch nicht so ganz vertrauenserweckenden Eindruck gemacht. Da ist mir leicht der Appetit vergangen. So eine Vorstellung sieht man selten. Eigentlich hatte ich auf das Frühstück keine Lust mehr. Mit dem Restaurantmanager habe ich mich dann darauf geeinigt, dass sie mir einfach ein Continental Breakfast mit Roomservice liefern sollen. In diesem Setting wollte ich nicht essen. Das hat dann auch an einigen Tagen geklappt, aber auch das nicht immer.

Das tolle Feature des Park Hyatt ist der endgeile Strand. Man hat einen wunderschönen Beach von Goa gleich vor der Haustür. Dafür muss man das Hotel echt loben.

Den Zustand des Hotels selbst fand ich ein wenig seltsam. Hat man sich direkt die öffentlichen Bereiche, ohne auf die Seite zu blicken, angesehen war das ja alles ganz nett. Aber überall sind Dinge herumgestanden. Irgendwelche Betten, Besen, Stangen, Kübel, Zeugs, Kästen und das hat so einen echt unaufgeräumten Eindruck gemacht. Es gibt auch ganz düstere Ecken. Der Weg in meine Suite wäre eigentlich über den Eingang zur Küche gegangen. Da musste man aber beim Müllraum vorbei und das war nicht sehr schön anzusehen. Ich bin dann immer einen Umweg gegangen. An manchen Stellen abseits des Main Pools hat die Anlage schon einen schwer in die Jahre gekommenen Eindruck gemacht. Und man hat da nicht überall auf den Zustand geachtet. Der Pool selbst war zwar nett anzusehen, aber überall spitze Kanten, notdürftig renovierte Stellen und offen im Wasser liegende Kabel müssen nicht sein.

Wirklich angestrengt hat das Personal. Selten sieht man eine solche Häufigkeit von unmotivierten und unfreundlichen Angestellten. Der Lifeguard hat eine Stunde in sein Handy gestarrt. Wenn da wer ertrunken wäre, hätte er es nicht gemerkt. Die Pool Boys sind tratschend mit den Handys herumgestanden. Man hat grozßzügig ein Handtuch in die Hand gedrückt bekommen, aber sonst waren sie eher mit ihren Quatschereien beschäftigt. Auf die Nachfrage einer Karte im Restaurant gab es die lapidare Anweisung, ich solle selbst reingehen und einen Kellner fragen. Die Hostess wollte einfach keine Karte holen. Roomservice Bestellungen waren aufgrund schlechter Englischkenntnisse (in Indien???) schwierig. Das Do-not-disturb hat nicht gewirkt. Mitarbeiter sind einfach so auf einmal in der Suite gestanden. Nur die Kette an der Tür hat sie abgehalten. Das Zimmerservice gab es nur auf Anfrage, sonst hätten sie wahrscheinlich häufiger vergessen.

Überhaupt war das ganze Hotel sehr aberwitzig unterwegs. Es gibt so Kommunikationsregeln zwischen Angestellten und Gästen, aber im Park Hyatt war es wirklich wirr. Der Mitarbeiter am Strand hat mich beim Verlassen des Hotels nach meiner Zimmernummer gefragt. Beim Hineingehen in ein Resort verstehe ich es noch, aber er wollte mich ohne Zimmernummer nicht auf den öffentlichen Strand lassen???

Wie bei einem Mantra habe ich mir ständig gesagt “Ich bin in Indien”, aber trotzdem haben sich mich oft schwer zur Verzweiflung gebracht. Es waren so viele Dinge abseits jeglicher Vernunft und der sonst üblichen Regeln im Hotelbetrieb.

Die Küche hat – wie ich oben erwähnt habe – einen nicht so vertrauenserweckenden Eindruck gemacht. Jetzt ist man natürlich in einem Resort von den Restaurants im Hotel abhängig. Es gab dann einmal am Abend zur Pizza vom Roomservice auch eine lebende Kakerlake die von der Pizza am Tisch davongelaufen ist (Kakerlaken im Roomservice? Ok?). Dann konnte ich eigentlich nur mehr ausziehen. Aus der Küche wollte ich nicht mehr essen.

Ich bin dann sehr überstürzt weg und wieder ins Grand Hyatt. Zurück in ein ausgezeichnetes Hotel.

Der Strand ist toll. Das Park Hyatt ist aber sicher kein Park Hyatt. Sauberkeit, Zustand, Personal, Küche sprechen leider gegen das Hotel. Das wäre so ein schöner Ort, aber sie machen wenig daraus. Nein, das Hotel sieht mich nicht mehr.