1000 Places of Interest 107: Klagemauer (Israel – Jerusalem)

Besucht man zum ersten Mal Jerusalem, dann ist die Klagemauer und der Tempelberg das absolute Must-See. Jeder kennt diesen Ort und man muss unbedingt dorthin. Schule und Sozialisation haben diesen Ort regelrecht mystifiziert. Betritt man dann den Platz vor der Klagemauer, sind viele jedoch ernüchtert.

Die Klagemauer ist eigentlich nichts anderes als die Einfriedung des alten Tempelberges. Der jüdische Tempel ist ja zerstört, darauf hat man im Lauf der Geschichte den muslimischen Felsendom und die al-Aqsa Moschee errichtet. Muslime als auch Juden haben hier auf engstem Raum ihre heiligen Stätten.

Nach stärkeren Kontrollen (wie es sie so oft in Israel gibt) darf man wirklich an die Klagemauer treten. Dort  erlebt man vor allem die Frömmigkeit orthodoxer Juden. Der Strom gläubiger Juden reißt nicht ab und richtig voll wird es an einem Sabbat.

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1000 Places of Interest: 84 Yad Vashem (Israel – Jerusalem)

Die Menschheit hat ihre Geschichte und manche Teile dieser Geschichte sind nicht wirklich rühmlich. Hier in Yad Vashem widmet man sich dem Gedenken der vielen Opfer der Shoa. Ein Teil von Yad Vashem ist das Museum der Shoa. Klar ein so schwieriges Thema (warum, wieso, wie, wer usw.) in einem Museum darzustellen ist extrem schwierig und fast unlösbar. Was tonnenweise Geschichtsbücher füllt soll hier in einem Museum übermittelt werden. Ein anderer Teil sind Gedenkorte, die sich über das ganze Areal verteilen. Dazwischen sind die Bäume der Gerechten (Menschen, die Juden geholfen haben, ihrem Schicksal in den Todesfabriken zu entgehen) gepflanzt.

Ein Besuch in Yad Vashem wird immer ein ambivalentes Gefühl zurücklassen. Auf der einen Seite wird der heutigen Generation keine Schuld gegeben. Auf der anderen Seite muß man sich natürlich schon die Blicke der israelischen Soldaten geben, die natürlich mitbekommen, dass da eine deutschsprachige Gruppe geführt wird. Man wird die Architektur des Museums erleben, das sich aus einer furchtbaren Enge (das Museum hat keinen Seitenausgang) in die Weite Israels öffnet. Was man aber dann sieht, ist nicht Jerusalem, sondern die Berge von Palästina. Man wird natürlich emotional stark mit der Geschichte der Opfer konfrontiert. Hinter jeder abstrakten Zahl stehen persönliche Schicksale, Menschen die geweint und geliebt haben.

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