Coole Aussicht, aber dysfunktional: Hyatt on the Bund: Suite

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Einst ein gutes Hyatt nun vermeidbar …

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Hyatt on the Bund war mal ein richtig tolles Hyatt in Shanghai. Gerade die Aussicht auf die Hochhäuser von Pudong ist von diesem Haus spektakulär. Mein letzter Stay ist eine Ewigkeit her (Review). Wie man das in China kennt, hat man das Hotel nun gröber abgerockt. Die Betreibergesellschaft ist in Schieflage geraten und hat das Hotel verkauft. Eigentlich wollte man einen Tower als Park Hyatt und den zweiten Tower als Grand Hyatt rebranden. Nach einer Renovierung in Schneckentempo hat man nun wieder als Hyatt on the Bund mit einer Art Grand Hyatt Branding wiedereröffnet.

Also eigentlich wollte ich kein Drama buchen, aber die Rechnung habe ich ohne das Hyatt on the Bund gemacht. Um 200 Euro habe ich mir also diese tragische Aufführung gegeben.

Am Tag davor war ich noch guter Dinge. Das Hyatt hat mir – in der App ersichtlich – vorab ein Upgrade in die höchste Zimmerkategorie mit Aussicht auf den Bund zukommen lassen. Prinzipiell darf man gerade in China eher nicht mit guten Globalist Upgrades in Suiten rechnen. Die haben dort mit ihren billigen Hyatt Hotels und dem exzessiven Handel an Upgrade Gutscheinen jeglicher Art eine regelrechte Welle an upgradewürdigen Kunden.

Prinzipiell erwarte ich aber, dass wenn man Pre-Upgrades durchführt, ein Hotel die auch dann honoriert. Zunächst habe ich mal über die schiere Menge an Gästen beim Check-in gestaunt. Das Hotel hat über 600 Zimmer und alle wollten scheinbar gleichzeitig einchecken. In China kann es in solchen Situationen mal schnell zu einer schweren Drängelei und Chaos kommen. Das war natürlich auch hier der Fall. So eine überlastete Rezeption war für mich ein Novum. An sich hätte es einen Globalist Check-in gegeben, der war aber nur eine reine Fiktion. Irgendwann war ich an der Reihe und man hatte eine Überraschung für mich. Das Hotel sei ausgebucht. Obwohl ich nach der Check-in Zeit da wäre, gäbe es kein Upgrade für mich und ich müsste mich mit einem Standardzimmer begnügen. Jetzt bin ich doch seit 15 Jahren Diamond und Globalist und war doch ob so einer Recognition einigermaßen negativ erstaunt. Online waren eigentlich noch alle Kategorien und auch Suiten verfügbar, was mich schon irgendwie irritiert hat.

Die Herren an der Rezeption muss ich nun echt in Schutz nehmen. Obwohl da das komplette Check-in-Nightmare ausgebrochen ist, waren die super nett zu mir. Das Problem sehe ich beim Management, die das Hotel angefüllt haben, aber nicht dementsprechend Mitarbeiter hatten. Ich habe mich bei den Angestellten ein wenig durchgefragt. Man hat die von anderen Hotels abgeworben und irgendwie haben die mit einem normalen Hotelbetrieb in einem Luxushotel Shanghais gerechnet. Die waren also alle erst ein paar Wochen mit an Bord und nun mit der übermäßigen Anzahl an Hotelgästen nun in einer Art Schicksalsgemeinschaft.

Das mit dem Pre-Upgrade und dann doch nicht, habe ich einfach nicht verstanden und gerade bei so einer Zimmeranzahl kann es ja nicht sein, dass man mit so einer Stay Historie einfach ans untere Ende der Upgradeliste rutscht. Mit dem Herrn von der Rezeption ging es hoch zum diensthabenden Manager, der in der Club Lounge Check-in-Dienst versehen musste. Da war natürlich auch wieder eine lange Wartezeit, weil eben nur ein Mitarbeiter die ganzen Check-ins in der Club Lounge bearbeitet hat. Schlußendlich durfte ich da oben einchecken und der Herr hat sich sehr einsichtig gezeigt. Ein Manager mit Befugnissen war jedoch nicht im Haus und so musste er irgendwen zu Hause anrufen, der mein Upgrade in eine Suite erlaubt hat. Im Endeffekt hat sich herausgestellt, dass sie ja gerade auch gar kein Standardzimmer mehr gehabt hätten und irgendwie gar keine Lösung parat war. Mit meiner Bitte nach einer Suite habe ich ihnen eigentlich die Entscheidung abgenommen. Prinzipiell sollte man das bitte nicht dem Gast überlassen.

Letztlich hat das Prozedere bis zu meiner Suite wirklich ewig gedauert und die Fehlfunktion des Hotels bereits klar abgebildet. Ein Hotel kann noch so tolle Aussicht haben und schön sein, aber es sollte eben auch wenigstens in Ansätzen funktionieren.

Die Suite fand ich dann einigermaßen cool. Man hat da wirklich sehr toll und modern erneuert. Gerade die Aussicht auf die Spitzen der Hochhäuser von Pudong haben mir schon imponiert. Noch weiter oben ist die Aussicht natürlich nochmals atemberaubender. Nicht so ganz berauschend war die doch laute Baustelle nebenan. Hier hat man bis spät in die Nacht Betonpfeiler in den Boden gerammt.

Die Suite war absolut sauber und die Details haben gepasst. Ein Obstteller wurde als Willkommensgeschenk gebracht. Wenn nicht diese Bauarbeiten gewesen wären, hätte ich mich schon wohl gefühlt. Vielleicht wäre auch ein Schreibtisch fürs Wohnzimmer eine Idee. Überhaupt scheinen im ganzen Hotel noch Möbel zu fehlen.

Die Club Lounge wäre an sich nett, wenn sie für diese enorme Anzahl an Gästen irgendwie ausgelegt wäre. Evening Spread war die Suche nach einem Sitzplatz. Catering am Abend hatte ein paar Lichtblicke, war aber für eine asiatische Grand Hyatt Lounge eher schwach. Mitarbeiter konnten in der Lounge konsequent kein Englisch und waren allesamt eher verloren. Frühstück am nächsten Morgen war dann nochmals ein Level darunter. Die Lounge hat mich nicht umgeworfen und eher an die schwachen Hilton Lounges erinnert. Also Grand Hyatt Lounge war das schon weit entfernt.

An sich sollte man ja meinen, dass ich mich mit einem Upgrade in eine Suite, toller Lage und Aussicht mich ja durchwegs wohlfühlen sollte. Das Hyatt läuft aber komplett nicht funktionierend. Bei den Liften wartet man ewig. Wildgewordene Roboter fahren einfach Gäste und auch mich nieder. Die Mitarbeiter können durch die Bank kein Englisch, sind aber auch nicht gewillt gewesen englischsprachige Kollegen zu holen oder sich mit Google Translate zu unterhalten. Überhaupt ist das Hotel maßlos unterbesetzt gewesen. An der Club Lounge Rezeption war z. B. am Vormittag überhaupt kein Mitarbeiter. Telefon wurde nicht abgehoben. Die Gänge hat man vermüllt gelassen. Das Haus hat also einfach überhaupt nicht funktioniert.

Wie der Check-in komplett überlastet war, war das auch beim Check-out. Nach einer Stunde war die einzige Möglichkeit für mich die Zimmerkarte einfach auf den Tresen der Rezeption zu legen. Ich muss zugeben, ich war schon so genervt, dass die Zimmerkarte geflogen ist und ich das Weite gesucht habe.

Location ist am Bund in Gehweite zur City super. Wenn man touristisch in Shanghai unterwegs ist, kann man einfach aus dem Hotel raus und steht in der Mitte des Geschehens. Mit den zwei Hochhäusern am Bund hat man natürlich auch eine tolle Aussicht. Da haben Bauprojekte vor dem Haus aber ein wenig den View verstellt und man hat erst ab höheren Etagen das endgeile Panorama.

Mag die Renovierung in der Suite bis auf den fehlenden Schreibtisch geglückt sein, so ist es das in den öffentlichen Bereichen leider nicht so der Fall. In der Lobby und im ganzen Hyatt fehlen die Möbel. Pool, Spa und Fitness wurden nicht angefasst und sind historisch.

Vor einem Jahrzehnt hatte ich mal einen wirklich tollen Stay in diesem Hotel. Nun ist da viel passiert und das ist irgendwie nicht mehr das Hotel vergangener Zeiten. Interessanterweise haben sich im Gegensatz zu früher auch keine internationale Gäste mehr dorthin verirrt. Vielmehr zielt man als eine Art Las Vegas Hotel auf chinesische Inlandstouristen und man zeigt wenig Interesse sich international zu orientieren.

Recognition war eigentlich wild. Letztlich gab es die Suite, weil sie ja sowieso keine Zimmer mehr hatten. Club Lounge war schwer unterdurchschnittlich. Personal war absolut überlastet und hat mir angesichts dieser extremen Überforderung durch diese Horde an Gästen richtig leid getan. Im Anblick von so viel Absurdität habe ich Hotel freudig verlassen, es konnte nur besser werden …

Kommentare 5
  1. Du machst uns ja richtig Mut. Wir sind im Januar für fünf Nächte im Conrad Shanghai. Mal sehen, wie sie uns dort als langjährige Diamonds behandeln und ob sie freiwillig ein Upgrade in eine Suite gewähren.

    1. Ich bin dazu übergegangen wenn ich kann garantierte Upgrades in China zu verwenden. Weil das ist mit der Statusschwemme in China gerade enorm. Ganz billige Hotels, ihre ganzen China-Promos und noch der Schwarzmarkt mit dem ganzen Handel von Upgrades oder Status läuft da komplett aus dem Ruder.

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  2. Jetzt verstehe ich, was mit der Flut von vouchern für upgrades bei Hyatt in eine Suite gemeint ist. Bei ebay werden tatsächlich solch voucher für sieben Nächte in einer Suite für nur 67 US$ verscherbelt. Kein Wunder, dass die Schuppen ausgebucht sind und die Lounges nur noch Stehplätze anbieten. Lukrativ und interessant. Bleibe jedoch lieber Hilton treu und hoffe auf ein Upgrade aufgrund meiner Statuszugehörigkeit. Wäre schlimm, wenn für Hilton auch solch voucher verscherbelt werden.

    1. In den China Foren und in der Facebook Gruppe wird noch drastischer gehandelt. Da wäre 67 USD eigentlich teuer.

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