Für einen Aufenthalt ins Nobu in Warschau …

Warschau ist eigentlich mit guten Kettenhotels ordentlich gesegnet. Wenn es wirklich luxuriös sein sollte, würde ich ins Raffles (Review) gehen. Ich wollte aber wieder eine neue Herberge ausprobieren und so wurde es um für Warschau stolze 200 Euro das Nobu. Das Hotel ist auch in der Nebensaison im Vergleich zu den vielen anderen Alternativen immer relativ teuer. Gebucht habe ich um ein paar Statusnächte zu sammeln über die Hilton Small Luxury Hotels Kooperation.
Gleich am Anfang hat sich die Anreise ein wenig schwierig dargestellt. Das Nobu hat keine Garage und kein Valet Parking. Damit musste ich die Straße runter in eine externe Garage. Gerade weil das Hotel ja ein Neubau ist, erschließt sich mir das Fehlen einer Parkmöglichkeit nicht wirklich. Also mit Auto ist das schon ein wenig eine unbequeme Geschichte.
Check-in war eigentlich sehr freundlich. Als Hilton Diamond bei Buchung von SLH über Hilton Honors gab es ein Upgrade in einen Premium Room.
Bei den Zimmertypen muss man das Hotel ein wenig erklären. Einerseits gibt es ein historisches Hotel im Stil eines renovierten Art Deco und einen daneben befindlichen modernen Neubau. Standardzimmer sind im alten Hotel, bessere Zimmer im Neubau, Standardsuiten wieder im Altbau und die besseren Suiten wieder im neuen Zubau. Designtechnisch sind das zwei sehr unterschiedliche Welten. Einmal eben so ein futuristischer Zubau und dann wieder plüschiger Art Deco.
Für mich wurde es eben so ein hypermoderner Premium Room (= größeres Standardzimmer). Das Zimmer fand ich sehr stylish und mit dem reduzierten Design spielend mit Holz und Sichtbeton hat es gefallen. Die Details haben an sich gepasst und es war absolut sauber. Das Badezimmer ohne Badewanne ist vielleicht ein wenig klein ausgefallen. So japanische Reiscracker waren das nicht so ganz kreative Willkommensgeschenk.








Bei diesem Zimmer hat sich relativ schnell eine gröbere Problematik herausgestellt. Sie haben im Sommer – weil eben draußen ca. 20 Grad waren – die Klimaanlage abgestellt. Man konnte die voll aufdrehen, es war aber nur die Zwangsentlüftung in Betrieb. Also hätte man ein wenig Frischluft gewollte, hätte man bei 200 Euro in Warschau das Fenster aufmachen müssen. Das finde ich geht in der Preisklasse überhaupt nicht. Einfach Aircondition abdrehen ist einfach nicht.
Gerade wenn man neu in ein Hotel eingecheckt hat, will ich keine Geschichten mit Haustechnikern haben. Da müsste halt einfach ein neues Zimmer her. Sie haben sich ein wenig ungeschickt angestellt. Ein Mitarbeiter ist raufgekommen und wollte mir die Aircon erklären. Pardauz, auch er konnte die Klimaanlage nicht zum Laufen bringen. Man hat auf einen Zimmerwechsel eingewilligt. Mit dem Herrn von der Rezeption ins nächste Zimmer, auch wieder ohne Aircondition und noch in ein drittes Zimmer. Es ist ihnen schlußendlich irgendwie gedämmert, dass die in diesem Neubau scheinbar einfach abgedreht war.
So bin ich in eine Suite im Altbau gezogen. Da lief die Klimaanlage und man konnte die Fenster öffnen. Nicht so ganz nice war ein Baustellengerüst und Baulärm vor der Nase im Schlafzimmer. Von dieser Suite habe ich keine Fotos gemacht. Ich war ein wenig fertig, weil erst auf Nachdruck sind sie kooperativ geworden und es gab mit diesem Umzug in eine Suite eine Lösung. Im Endeffekt fand ich das alles ungeschickt. In einem hermetisch abgeschlossenen Neubau dem Gast keine Belüftungsmöglichkeiten zu bieten geht nicht. Ich will auch kein Fenster auf eine befahrene Straße kippen müssen. Diese ganzen Diskussionen um ein ordentliches Zimmer zu bekommen waren auch müßig. Das alles auf dem Hintergrund vom Zimmerpreis von 200 Euro, wo man in Warschau schon bei den teureren Hotels angekommen ist.
Die Hardware ist nicht so üppig ausgefallen. Man bietet keine Tiefgarage. Fitness ist eine kleine Fitnesskammer. Im Keller läuft ein beliebter Club, wobei der irgendwie einen eigenen getrennten Eingang hat und ich gar nicht weiß, ob der zum Hotel gehört. Das Restaurant und die Bar erfreuen sich bei auswärtigen Gästen doch einiger Beliebtheit. Design des Hotels im modernen und auch alten Trakt fand ich an sich gelungen. Ein wenig könnten sie sich um die öffentlichen Bereiche kümmern. Da hat beim Eingang schon länger keiner mehr einen Besen in der Hand gehabt.
Die Location in einem angesagten Ausgehviertel von Warschau ist cool. Man wohnt jetzt nicht gleich bei den Sehenswürdigkeiten der Stadt, aber hier rundherum hat sich eine lebendige Shopping- und Fortgehszene etabliert.






Beim Frühstück hat man ein typisch polnisches Buffet eines besseren Hotels geboten. Ein wenig hat man das mit einer Frühstückskarte aufgepeppt. Gerade eine Hotelkette die so stark Wind um ihre Hotelrestaurants macht, war das jetzt aber nicht so aufregend. Diese Kette hat ja so einen stark japanischen Einschlag, den konnte man beim Frühstück überhaupt nicht entdecken.




In einem doch so fahrzeugzentrierten Land wie Polen ist das Fehlen einer Garage ohne Valet Parking eher nicht so der Kracher. Eine abgedrehte Klimaanlage in dem einen Hotelteil war auch komplett strange. Bei der Recognition haben sie sich erst wegen der Geschichte mit der Aircondition großzügig gezeigt. Hardware ist eingeschränkt. Insgesamt ein sehr cooles und stylisches Hotel. Preislich war es mir für die gebotene Leistung und die ganzen Geschichten ein wenig zu abgehoben.