Mit den Einheimischen auf die Lofoten fliegen …

Bodø (BOO) – Svolvær (SVJ)
Dash 8
Deal: subventioniertes Ticket – PSO Strecken (Public Service Obligation)
Im Norden gibt es spannende Verbindungen. Ich bin da jetzt nicht der Spezialist, aber sie faszinieren mich schon immer aufs Neue. Atlantic Airways fliegt auf den Färöer mit Helikoptern Inseln mit ein einer Handvoll von Einwohnern an (Trip Report). Norwegen lässt von der Regionalairline Widerøe ihre PSO Strecken (Public Service Obligation Routes) im Norden bedienen. Also eigentlich sind da die Flugzeuge wie eine Art Busverbindung in entlegene Regionen.
Für mich ging es genau auf so einer Strecke auf die Lofoten. Prinzipiell hätte man auch andere Ziele auf den Lofoten anfliegen können. In Svolvær gibt es aber eine Station der Autoverleiher und so wurde es dieser Flughafen. Alternative wäre auch noch eine Fähre in Betracht gekommen, aber die Abfahrtszeiten im Herbst waren nicht so berauschend.
Bodø Airport kommt von außen nicht sehr bezaubernd rüber. Drinnen aber ist das ein schöner Regionalflughafen in einem Dämmerschlaf gewesen. Bis auf Ausnahmen verbinden SAS und Norwegian die Stadt mit Oslo. Widerøe verteilt die Reisenden weiter in der Region.
Check-in bei Widerøe war vollkommen automatisiert. Man hat sich selbst Boardingpass und Kofferanhänger ausgedruckt und bei einem Automaten das Gepäck aufgegeben. Ein wenig hat es mich an Atlantic Airways in Vagar (Trip Report) erinnert.
Nach der Sicherheit ging es in einen sehr leeren Flughafen. Bis auf einen Supermarkt und ein Cafe war alles geschlossen. An sich war das Kaffeehaus mit Aussicht aber ganz nice und da habe ich die Wartezeit auf meine Maschine auf die Lofoten verbracht.




Das System von Widerøe ist ganz lustig. Jeweils drei Dash 8 fliegen weg, andere Dash 8 kommen weitgehend zeitgleich wieder an und das Spiel wiederholt sich.
Baulich hat man die Gates bis an die Regionalflieger rangebaut. Am Ende eines langen Ganges waren die Gates von Widerøe. Boarding war interessanterweise nach Ticketklassen (Flex usw.) geordnet.
Neben Indien und China sind mir ein paar Norweger eine Spur komisch vorgekommen. Ein wenig seltsam war es schon, dass die zwei stattlichen Herren von zwei jüngeren Damen wie Lakaien behandelt wurden. Der Frust musste dann scheinbar irgendwie raus und die Herren haben sich wegen meiner Fotos als Polizisten bei mir erkenntlich gezeigt. Jetzt war ihnen aber egal dass China und Indien Fotos von ihrem Militärflughafen gemacht hat, sondern sie haben gedacht, ich hätte es auf ihre „Schützlinge“ abgesehen. Sorry, aber ich habe gar nicht gewusst, dass Norwegen noch ein Königshaus besitzt. So ganz bin ich mit den Themen der Regenbogenpresse nicht bewandert. Während China und Indien HD-Aufnahmen des Militärflughafens gemacht haben, konnte ich es aufklären, dass ich kein Paparazzi oder russischer Spion bin. Sorry Norwegen, aber diese Königsfamilie ist mir komplett egal.




In den Widerøe Dash 8 sucht man sich einen Sitzplatz. Der kann wegen der Anordnung der Sitze auch in verkehrter Richtung sein.
Der sehr kurze Flug von 25 Minuten war landschaftlich sehr reizvoll. Gerade der Landeanflug auf die Lofoten und die Bergkette Norwegens haben schon beeindruckt. Es hat mit einer kleinen Schokoladentafel sogar ein Catering gegeben ;)



Der nur von Widerøe angeflogene Flughafen von Svolvær ist nicht mehr als eine funktionelle putzige Halle. Landschaftlich umgegeben von einem ganz großen Panorama habe ich mir irgendwie bei einer so touristischen Destination ein wenig mehr vorgestellt.
Koffer wurden händisch ausgegeben und ein paar Schritte über den Parkplatz war die Hütte der Autoverleiher.


Der Flug mit Widerøe auf die Lofoten ist wahrscheinlich doch ein wenig lustiger als die Fährverbindung. Ich weiß schon, dass diese Flüge kein Abenteuer sind, aber es ist doch ein wenig abenteuerlich rübergekommen. Mit Widerøe irgendwo auf einen gottverlassenen Flughafen fliegen kann schon was.