Ein sehr angenehmer Nachtflug zurück nach Europa …

Shanghai (PVG) – Budapest (BUD)
Shanghai Airlines 787 Business
Deal: Günstiger Business Deal mit Shanghai Airlines nach China!
Champagner: Robert de Pampignac Brut
Chinesische Airlines greifen in Europa an und bieten teilweise unglaubliche Preise für die Business nach China. Um sehr angenehme 1.400 Euro habe ich Shanghai Airlines Business mit Türen über Shanghai nach Chengdu (Return) gebucht. Bereits der Hinflug (Review) hat mich wegen der exzellenten Crew sehr beeindruckt. Nun ging es eben – nachdem ich mich kurz im Grand Hyatt Shanghai (Review) erfrischt habe – zurück nach Europa.
Abflugzeit um 01:50 am Morgen würde ich nicht als exzellent bezeichnen. Der Flughafen Pudong war um Mitternacht ungewöhnlich ruhig. Wenn man den in Betrieb kennt, dann war die Menschenleere nun sehr ungewöhnlich und fast gruselig.
Fast Track bei Sicherheit hat funktioniert und zunächst bin ich in die China Eastern Lounge V36. Shanghai Airlines als volle Tochter von China Eastern benutzt diese Lounges. Da muss man leider sagen, dass die China Eastern Lounges eher nicht viel können. In der unteren Ebene der V36 Lounge war rund um das Buffet Betrieb. Da hat man wie man das von China Eastern kennt wieder so eine Noodle Bar und ein Buffet. Wer es ruhiger haben möchte, geht einfach eine Etage höher. Da erwartet einem eine Lounge die irgendwie wie die 90er in den Staaten anmutet. Ja, man kann kurz verschnaufen, was trinken, aber großartig Zeit für diese Lounges von China Eastern sollte man nicht einplanen.






Boarding war sehr geordnet. Crew war gleich beim ersten Eindruck super motiviert und freundlich. Natürlich hat man mich zu meinem Sitzplatz geführt.
Shanghai Airlines hat in den 787 Thompson Aero Vantage XL Sitze in der Variante mit Türen verbaut. Da sind gerade die Sitze direkt am Fenster zu empfehlen. So einen konnte ich mir über die komplexe Homepage von China Eastern sichern. Die ist wirklich ganz übel programmiert und man braucht viel Geduld. Man muss sich da mit unterschiedlichen Varianten der Homepage herumschlagen und versuchen die richtigen Daten in der genau exakten Art an genau dem vorgesehenen Ort einzugeben. Am Ende hatte ich aber meinen gewünschten ruhigen Sitz.
Der Sitz war absolut sauber. Decke, Polster, Slipper, Speise- und Getränkekarte, Kopfhörer (NICHT noise-cancelling) und Amenity Kit haben am Platz gewartet. Die überaus höfliche Crew hat sich vorgestellt, aber nicht namentlich angesprochen. Ich hatte sofort den Eindruck, das sollte wieder ein sehr guter Flug werden.






Bei Amenity Kit und den Speisekarten zeigten sich doch gröbere Schwächen. Wieder – wie beim Hinflug – waren die Speisekarten nur so eine Art Richtung des geladenen Caterings. Was da steht muss möglicherweise gar nicht geladen sein. Man weiß es nicht so ganz genau. Amenity Kit war zwar mit den Basics gefüllt, aber doch eher aus der Ecke Plastikmüll. Normalerweise hebe ich Business und First Amenity Kits auf und verwende die weiter. Hier bei dem von China Eastern ist das leider nach dem Flug eher wirklich nur was für die Tonne.
Vor Abflug gab es einen Welcome Drink. Freudig gab es für mich ein Glas Champagner. Die Essenswünsche wurden mit dem fehlerhaften Menü mit viel Erklärungsbedarf noch rasch vor dem Start aufgenommen. Schlußendlich ging es pünktlich auf diesen Nachtflug.







Bei Red-eye Flights muss man möglicherweise mit einem sehr reduzierten Catering rechnen. Da gibt es Airlines die nur mehr Snacks von der Galley nach hinten schießen. Shanghai Airlines hat hier aber ein volles Dinner serviert.
Heiße Tücher, Mineralwasser, Nüsse und Champagner haben meine Laune gehoben. Diese Suppe und Vorspeise waren eigentlich ganz nice. Auch das asiatische Gericht mit Shrimps war handwerklich in Ordnung. Nett war natürlich das frische Obst, das bei keinem chinesischen Menü in einer C fehlen darf. Alternativen wären Käse, Kuchen oder Eis gewesen. Im Vergleich zum Hinflug (Review) war das Catering viel besser. Ich habe schon beim Hinflug angenommen, dass das ein Problem des Zulieferers aus Budapest ist. Hier beim Essen aus Shanghai war die Qualität deutlich gehobener.
Interessant habe ich die Herangehensweise der Crew gefunden. Irgendwo haben sie scheinbar Servierwagen aufgetrieben. Wurde beim Hinflug alles einzeln serviert, so sind sie jetzt mit so einem Wagen herumgetuckert. Auch ein wenig eigenwillig war das Fehlen von echten Tischtüchern. Bei Inlandsflügen (Review) gibt es Tischtücher aus Stoff, bei diesen Flügen waren es Papierservietten.





Das Entertainment bei Shanghai Airlines könnte ein wenig mehr Pfiff vertragen. Da kümmert man sich nicht so um den internationalen Reisenden. Wi-Fi war wegen der Streckenführung über Russland nicht vorhanden.
Positiv ist mir der Zustand der Nassräume aufgefallen. Die waren bis zur Landung blitzeblank geputzt. Auch positiv mag ich die Sicherheitsleute der Airline. Da wurde ja vor dem Flug hingewiesen, dass man etwaiges Fehlverhalten der Passagiere zur Anzeige bringen wird und das auch mit Bodycams aufnimmt. Leider sind wir soweit, dass man das scheinbar benötigt.
Der Flug war absolut ruhig. Ich habe bis kurz vor Budapest wie ein Baby geschlafen. Da habe ich eigentlich gar nicht mehr mit einem Frühstück gerechnet. Der überaus nette Flugbegleiter hat mir aber einen echten Kaffee aus der Maschine zukommen lassen. Frühstück ist in Flugzeugen nie so richtig das Highlight. Das war aber für einen kleinen Snack in Ordnung. Pünktlich ein paar Minuten nach dem Ende des Nachtflugverbots ist die Maschine aus China in Budapest gelandet.


Um 1.400 Euro in fully-flat mit einer zeitgemäßen Business mit Türen von Europa nach Asien zu fliegen, da brauchen wir nicht lange zu diskutieren. Die Hardware ist top. Die Crew war super motiviert und freundlich. Da gibt es renommierte Airlines wo man nur mehr über Frustration der Crews und Cost Cutting stolpert. Man merkt, Shanghai Airlines will wirklich in die Höhe. Wenn sie ein wenig am Catering schrauben, die Speisekarten mal richtig drucken, echte Kopfhörer für eine C laden, Amenity Kit von einem erfahrenen Anbieter kaufen und vielleicht Pyjama und Bedding bieten, dann sind sie im Luxussegment angekommen. Das ist letztlich nur mehr eine Nuance und ich würde sagen, die sind auf dem Sprung dorthin. Shanghai Airlines würde ich sofort wieder nehmen und sie haben mich erneut sehr positiv überrascht.