Entspannt und günstig nach Afrika: Discover A330 Business Frankfurt – Sansibar

Mit der Discover Business von Frankfurt nach Sansibar …

Frankfurt (FRA) – Mombasa (MBA) – Sansibar (ZNZ)
Discover A330 – Business
Deal: 37.500 Miles and More Meilen für Business Wien – Frankfurt – Sansibar
Champagner: Frerejean Freres Grand Reserve

Einer der schönen Sweet Spots im Miles and More System sind Einlösungen von Europa nach Ostafrika. Um 37.500 Miles and More Meilen wollte ich von Wien in der Business nach Sansibar. Eigentlich hatte ich mit einer Einlösung mit Ethiopian geliebäugelt. Ethiopian hat aber im Miles and More System eine Tonne an Scheinverfügbarkeiten geladen und so war das an diesem Termin nicht möglich. Als Alternative habe ich mir Discover ausgesucht. Ich flog also mit der Austrian 777 Business (Review) zunächst von Wien nach Frankfurt. Die weitere Tour war Discover Business nach Mombasa und nach einem kurzen Stopp weiter nach Sansibar. Damals lag die Einlösung bei echt angenehmen 37.500 Miles and More Meilen für Oneway, heute sind Discover Einlösungen leider nun auch dynamisch. Mit Ethiopian fliegt man aber noch immer mit diesem Meilenwert nach Ostafrika.

Nach dem Zubringer mit der Austrian 777 (Review) musste ich recht flott zum Flieger. Fast Track hat gut funktioniert und so hatte ich Zeit für einen kurzen Abstecher in die Lufthansa Bistro Lounge C14/C15. Vom Konzept her ist das eine recht interessante Lounge. Die Lounge hat man für den A380 konzipiert. Die Business sollte da direkt aus der Lounge boarden und deswegen gibt es auch Gates in der Lounge. Die Zeiten haben sich geändert und die Lufthansa A380 fliegen nur mehr von München. Nun ist Discover an diesem Teil des Flughafens umtriebig und so war es die Lounge für die Discover Business.

Vom Design her mit dem tollen Ausblick über die parkenden Flugzeuge fand ich die Lounge ganz nett. Es ist das ein stattlicher großer Raum mit einer beachtlichen Fensterfront. Getränkeangebot war wie man das bei Lufthansa kennt sehr vielfältig. Beim Catering war am Ende des Tages schon die Überlagerung deutlich erkennbar. Sonst war da überraschenderweise genug Platz und es war mal keine komplett überfüllte Airline Lounge.

Das Boarding hat mich für Lufthansa Group ein wenig überrascht. Es war deutlich ungeordnet und ungesittet. Gefühlt das halbe Flugzeug wollte Pre-Boarding, weil man eben ein halbwüchsiges Mädchen mit hat oder an einem eingerissenen Fingernagel leidet. Pre-boarding für Personen die nicht so leicht einsteigen können ist ja vollkommen logisch und nachvollziehbar. Wenn aber das halbe Flugzeug das System dribbelt und jeder irgendeinen Grund erfindet, dann funktioniert das halt nicht mehr. Sonst haben die Reisenden das mit den Boarding-Gruppen nicht verstanden, wurden aber auch von den Mitarbeitern nicht geführt. Im Endeffekt war das Resultat ein großes Chaos, wo eine Traube mit Reisenden des halben Flugzeuges entstanden ist. Sowas müssten die Mitarbeiter am Boden halt verhindern, aber sie haben entschieden das einfach laufen lassen. Das Nicht-einmal-Schaffen einer Schlange kenne ich aus Regionen, wo nicht so häufig geflogen wird, aber für einen deutschen Airport fand ich das ungewöhnlich.

Die Hardware in der Discover Business erscheint natürlich sofort vertraut. Discover hat hier die alte Lufthansa Collins Diamond Business am Leben erhalten. Die ist mit 2-2-2 Anordnung und kann man sicher nicht als ganz zeitgemäß beschreiben. Fliegt man zu zweit geht das ja noch irgendwie. Auch die Plätze am Fenster haben nicht die seltsame Anordnung der Füße zueinander wie in der Mitte. Mit einer wildfremden Person in dieser Konfiguration zu fliegen wäre eine eher vermeidbare Angelegenheit. Sonst war der Sitz trotz des Alters interessanterweise in einem doch ordentlichen Zustand.

Am Platz haben Amenity Kit, Polster, Decke und Menükarten gewartet. Diese fix verschraubten Kopfhörer waren leider abgeranzt, aber das sind sie auch in der Lufthansa First. Den Amenity Kit fand ich ganz witzig. Damit hat man so eine Art Einkaufstasche bekommen. Sicher nicht super hochwertig, aber wenigstens ein brauchbares Utensil.

Menü- und Getränkearte hat mich aufgrund des doch sehr exzessiven Angebots sehr positiv überrascht. Discover setzt hier scheinbar doch stark auf Catering.

Entertainment ist leider wie der Sitz auch irgendwie aus einer anderen Zeit. Es gibt zwar Wi-Fi, aber nur für Streaming des Entertainments.

Von der sehr bemühten und freundlichen Crew gab es vor dem Abflug einen pre-departure Drink. Die waren netterweise in einer sehr guten Laune, was bei einem Flug immer ganz nice ist.

Nach dem Start haben sie auf dem Flieger nach Afrika ein wenig Afrika-Feeling aufkommen lassen. Nur eine Mitarbeiterin hat die Essenswünsche der ganzen Business aufgenommen. Gott sei Dank ist man nicht in diesem Tempo geblieben und hat sich deutlich gesteigert. Discover hat fixe Essenszeiten, was bei einem Nachtflug eh relativ unproblematisch ist. Service war eine Mischung aus Trolley und Tray. Also zunächst mal Drinks mit dem Trolley, dann Essen und weitere Drinks wieder einzeln serviert.

Das Catering will ich wirklich loben, denn das war extrem ansprechend. Eine sehr gesunde Vorspeise mit Salat haben gefallen. Das Nudelgericht war vorzüglich. Auch die Nachspeisen waren lecker.

Bis kurz vor Mombasa habe ich durchgepennt. Beim Liegekomfort hat man schon das Alter dieser Business Sitze gemerkt. Das war ein wenig wie Isomatte beim Campingurlaub mit der Schule. Definitiv geht das weicher und angenehmer. Ich habe aber trotzdem gut geschlafen.

Eigentlich habe ich kurz vor der Landung nicht mehr mit einem Frühstück gerechnet. Mit einem echten Espresso war das auch sehr lecker und das Flugzeug war kurz darauf in Mombasa.

So Zwischenlandungen ohne Entertainment sind halt immer ein wenig langweilig. Die Crew hat das Beste daraus gemacht und weiter Drinks serviert. Nach einer Stunde ging es pünktlich auf den kurzen Hüpfer nach Sansibar.

Richtig positiv hat mich das Catering überrascht. Essen war wirklich gut und extrem reichhaltig. Dazu waren Drinks ohne Ende. Die Crew war super gestimmt und hat freundlich ständig ausgeschenkt. Discover will ja als Ferienflieger Reisende in die schönsten Wochen des Jahres bringen. Mit diesem Catering kommt man da wirklich gut gelaunt an.

Negativ muss man natürlich die antiquierte Business der Lufthansa Group mit dem in die Jahre gekommenen Entertainment erwähnen. So richtig Features einer exzellenten Business wie Pyjama, einem edlen Amenity Kit, Sitzauflage oder Dine-on-Demand sucht man leider vergebens.

37.500 Miles and More Meilen waren natürlich ein Kracher. Jetzt mit der dynamischen Berechnung müsste man so eine Einlösung wahrscheinlich suchen. Mit Ethiopian fliegt man aber weiterhin zu diesem Meilenwert nach Sansibar.

So ein Flug direkt von Frankfurt mit dem kurzen Zwischenstopp in Mombasa nach Sansibar ist natürlich schon sehr bequem. Trotz der Hardware fand ich den Flug wirklich sehr entspannt. Da war die Crew maßgeblich daran beteiligt.

Kommentare 2
  1. Ui. Da kommt dann ein Bericht über Sansibar? Hab ich auch immer mal wieder überlegt. Würde mich freuen, wenn du dann auch erzählst, ob man da was außerhalb der Hotels gut machen kann.

    1. Für mich war es eigentlich ein Ausflug nach Stonetown. Die Eltern haben immer in Ostafrika überwintert und es war immer so die Diskussion, Safari oder Sansibar. Es hat immer Safari gewonnen und so wollte ich nur Stonetown machen. Sansibar würde ich sonst so einschätzen wie Küste Kenya, das Eck dort ist sehr ähnlich. Die Touren haben mich preislich schockiert. Taxis sind hoch überteuert und haben alle den gleichen gewaltigen Preis. Ich glaube halt, dass viele Pauschaltouristen dort relativ unbedarft naiv auf Sansibar unterwegs sind und mit denen kann man das scheinbar abziehen.

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