British Airways hat in den letzten Tagen zwei starke Error Fares produziert. Zunächst ging es von Frankfurt nach Kuala Lumpur mit verschiedenen Routen und Flugzeugtypen: BA A380 FIRST Frankfurt – Kuala Lumpur (RETURN): 1150 Euro Einen Tag später hat British Airways die Tickets storniert. Gestern hat eine Error Fare auch wieder die Runde gemacht, auch wieder von British Airways. Dieses Mal in der First von Prag nach Mexiko. Wer mir auf Twitter folgt weiß, ich habe es vorgezogen Pizza essen zu gehen und habe nicht darüber geschrieben, weil ich von der Haltbarkeit dieser Error Fare nicht überzeugt war. Und wirklich, welch ein Wunder, British Airways hat auch diese Tickets wieder storniert. Klar, wenn man das einmal gemacht hat, dann hat man Erfahrung damit und fürchtet sich nicht mehr vor der Schelte der Kunden, gemäß dem Spruch: Ist der Ruf einmal ruiniert, lebt’s sich gänzlich ungeniert.

Es lohnt sich, einen genaueren Blick auf die Dramaturgie einer öffentlich gewordenen Error Fare zu machen. Eigentlich ist es ein immergleiches Schauspiel.

1.) Die meisten Error Fares hat es bereits eine gewisse Zeit gegeben. Manche User sind sie bereits geflogen, bis sie sozusagen in die Öffentlichkeit kommen. Vielleicht finden sie Eingang in ein geheimes Forum, aber das war’s schon. Auch ich schreibe nicht über jede Error Fare, die ich gerade kenne oder fliege.

2.) Auf Flyertalk oder Vielfliegertreff wird eine Error Fare publiziert. Abhängig von der Tageszeit steht sie mal einfach dort, wird stark wahrgenommen oder auch nicht. Es wird gebucht und neue Varianten werden gesucht.

3.) Auf Twitter verbreitet sich die Geschichte.

4.) Blogger mit einer Affinität zur Vielfliegerei greifen das Thema auf. Jetzt beginnt es auch in den Foren unruhiger zu werden.

5.) Die Copy und Paste Blogs haben Dienstbeginn und verkünden: “Wir haben eine Error Fare in der First gefunden …”

6.) Jetzt wird es skurril. Die ersten Kunden rufen bei der Airline an oder reservieren telefonisch Sitzplätze. Man erkundigt sich bei der Hotline, ob das wirklich ein echter Flug ist. Ungeübte User buchen bereits Hotels und Zubringerflüge.

7.) Die Airline registriert den Fehler. Zunächst ist der Flug auf der eigenen Homepage verschwunden, dann folgen nach und nach die Drittanbieter.

8.) Die Airline schweigt: Einen Tag oder auch eine Woche. Dann wird entschieden: Man storniert oder man lässt die Kunden fliegen.

Die Airline storniert die Tickets

1.) Zunächst verändert sich der Status des Tickets.

2.) Erst verzögert gibt eine Airline eine Email heraus, wo man dann auf den Irrtum hingewiesen wird. Man hätte ja aufgrund des günstigen Preises den Fehler erkennen müssen. Eine klassische Argumentation mit dem in den Rechtsnormen vertretenen Irrtum wird erschaffen.

3.) In den Foren geht es jetzt rund. Manche User kommentieren immer wieder: Sie holen das Popcorn usw. Andere Teilnehmer beginnen zu schimpfen. Wieder andere bereiten bereits Klagen vor. Mitunter wird der Thread zeitweise geschlossen, der Ton ist extrem rau. Bei der letzten British Airways Error Fare gab es eine Besonderheit. Ein BA Mitarbeiter hat auf Twitter den Preis als gültig bestätigt. Das füllt seitenweise die Foren.

4.) Bei den Copy und Paste Blogs sind die Kunden total verunsichert. Der Tenor: “Das kann eine Airline doch nicht machen” oder “Ich habe aber bereits das Hotel gebucht” oder “Diese Schweine …”

Die Airline fliegt die Tickets ab

1.) In den Foren wird die höchste Meilen-Ausbeute diskutiert. Der beste Sitzplatz wird auserkoren. Man überlegt mit der Error Fare einen Status bei einer Airline zu erfliegen.

2.) In den Foren gibt es die ersten Trip Reports. Alle sind froh, manche User in den Foren ein wenig eifersüchtig.

3.) In den Flugzeugen mischen sich sehr unerfahrene Reisende, die noch nie außerhalb der Economy waren, mit den heavy Usern, die bereits die dritte Runde in einer Woche geflogen sind.

Es wird ruhig, aber einige Wochen später: Es gibt eine neue Error Fare …

Achja und zu guter Letzt: Es dürfte schon wieder eine neue Error Fare in der British Airways First geben …

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