Ein geschlossener Pool, ein Spa wird renoviert, eine Club Lounge umgebaut. Das alles kann passieren, aber ich will informiert werden.

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Hotels müssen ständig renoviert werden. Das ist klar. Wir alle wollen passable und adrette Zimmer und Einrichtungen. Da muss man mitunter gröber umbauen und kann das nur während der Schließung mancher Teile. Hie und da werden sehr große und spezielle Veranstaltungen, die die anderen Gäste stark beeinträchtigen, abgehalten. Viele Hotels liegen an sehr außergewöhnlichen Orten. Deswegen fährt man da ja hin, aber die gleiche Sache kann auch ein richtiger Fluch sein. Wenn große Events um oder in einem Hotel abgehalten werden, beeinträchtigt das mitunter auch den Aufenthalt. Das alles würde ich gerne wissen. Hier jetzt einige Beispiele, wie man es machen sollte oder auch nicht.

Das Park Hyatt Tokyo – Der große Gewinner

In Tokyo bin ich gern im Park Hyatt. Ein absolut tolles Hotel. Bei einem Aufenthalt gab es genau für einen Tag eine Stromabschaltung für eine Stunde zwischen 4 und 5 Uhr am Morgen. Lifte, Licht und das Hotel haben weiter funktioniert, aber die Steckdosen konnte man nicht benutzen. Darüber hat man auf der Homepage informiert. Nochmals konnte man es auf der Reservierung lesen. Man hat auch mehrere Emails geschrieben, wo man mich eben auf diese extrem unangenehme Situation vorbereitet hat. An diesem einen legendären Tag, gab es dann noch einen Brief des Managements und auch beim Check-in hat man mich über die Abschaltung der Steckdosen informiert. Ich habe es dann von 4 bis 5 Uhr am Morgen überlebt, keine Geräte an Steckdosen anschließen zu können.

Intercontinental Budapest – World Jewish Congress

Der World Jewish Congress zu Gast in Budapest im Intercontinental. Ich fuhr also komplett unbedarft in ein Hotel wo ich schon ungezählte Nächte verbracht habe. Mit so einer Geschichte habe ich wirklich nicht gerechnet. Die ungarische Polizei hat das Hotel in eine Festung verwandelt. Das ganze Viertel um das Hotel war abgeriegelt. Mehrere hundert Polizisten haben mit Maschinengewehren, Panzern und Hunden das Hotel bewacht. Die Kontrolle war dann extrem aufwendig. Eine halbe Stunde hat man mein Auto durchsucht. Ein Polizeihund hat auf Sprengstoff kontrolliert, meine Identität wurde festgestellt, meine Reservierung beim Hotel kontrolliert. Erst dann durfte ich in die Garage und einchecken.

Das ganze Hotel wurde von dieser Veranstaltung in Beschlag genommen. Die Club Lounge hat man in ein koscheres Restaurant umgewandelt und deswegen geschlossen. Mit der Veranstaltung selbst hatte ich während des Aufenthaltes keine Probleme. Es ist eben nur sehr seltsam in einem abgeriegelten Hotel zu wohnen. Für mich sehr eigenartig ständig kontrolliert zu werden. Ein wenig war mir auch mulmig. Die Angst vor einem Anschlag auf diese Veranstaltung war im ganzen Hotel omnipräsent. Ich hätte es eben gern vorher gewusst, dass man mit so einem Polizeiaufgebot zu rechnen hat.

Grand Hyatt Kuala Lumpur – Abgeriegelt

Im tropischen Asien laufe ich nur ungern auf der Straße mit Gepäck herum. Um zum Grand Hyatt Kuala Lumpur zu kommen war das notwendig. Ich bin in KLIA gelandet und mit dem Taxi in die Stadt gefahren. Aufgrund einer Rennveranstaltung hat man einfach das ganze Viertel um das Grand Hyatt abgeriegelt. Der Taxifahrer hat sich echt bemüht. Er hat eine halbe Stunde herumgesucht, er konnte einfach nicht zum Hotel zufahren. Ich habe ihn dann erlöst und bin die 500 Meter zum Hotel gelaufen. In der tropischen Hitze in Kuala Lumpur keine schöne Sache. Eine Email mit einer Beschreibung der Straßensperren im Vorhinein wäre nett gewesen. Die hätte ich dann dem Taxifahrer geben können.

Westin München – Club Lounge, Fitness, Pool geschlossen

Derzeit bin ich Westin München. Normalerweise gibt es auf der Buchungsseite von SPG eine Warnung vor Schließungen. Bucht man trotzdem in einem Hotel mit geschlossenen Einrichtungen erhält man diese Warnung auch in der Reservierungsbestätigung. So wäre die Vorgehensweise eigentlich. Beim Check-in im Westin in München musste ich von diesen Schließungen hören. Für mich eine absolut neue Sache und war mir bei der Buchung unklar. Jetzt gab es einen Hinweis auf der Homepage. Der war aber neu.

Mir ist der Hintergrund schon klar: Hotels fürchten sich, dass Gäste aufgrund von Schließungen oder Events sich andere Hotels suchen. Das wird sicher der Fall sein. Aber ein Gast, den man nicht informiert hat, wird dann vor die Alternative gestellt “Friss oder stirb”. Wurde ich über etwas im Vorhinein nicht benachrichtig, bin ich auch schon abgereist. Das Le Meridien Wien hat sich eine Party Location verwandelt. Im ganzen Haus konnte man das Gepolter der Disco hören. Ich bin dann einfach gegangen. Ein neues Hotel so kurzfristig zu suchen ist aber immer ein wenig mühsam.

Vielleicht hat das Park Hyatt Tokyo es ein wenig übertrieben. Es obliegt aber dann dem Gast zu entscheiden, ob das wirklich eine starke Beeinträchtigung ist. So gehört es sich eigentlich …

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