Abu Dhabi (AUH) – Seoul (ICN)
A 340-600 – Diamond First
Meilenticket
Champagner: Bollinger La Grande Année 2005; Duval Leroy Rosé

Für First und Business Kunden bietet Etihad einen Chauffeur Service an. Das kann eine ganz tolle Sache sein und funktioniert gerade bei der Ankunft hervorragend. Der Fahrer wartet bereits und man ist super schnell auf dem Weg ins Hotel. Bei einem Abflug sieht die Sache anders aus. Man muss den Chauffeur online reservieren (auch bei einer Ankunft). Dann bekommt man eine Bestätigungs-Email. 24 Stunden vor Abflug meldet sich dann der Chauffeur Desk und klärt den genauen Abholort und die Zeit. Leider ist dieser Chauffeur Desk ein wenig holprig unterwegs. Man hat mich angerufen. Ich konnte aber nicht abheben, ich war in einem Flugzeug. Man hat sich nicht die Mühe gemacht nochmal anzurufen, sondern hat einfach eine Standard Email versandt und mir die Abholzeit diktiert. Ich wollte mich aber ein wenig früher abholen lassen, aber das war ein schier unlösbares Unterfangen. Auf meine Antwort Email hat man nicht reagiert. Bei der Chauffeur Hotline hat niemand abgehoben. Bei der Nummer die mich angerufen hat war niemand zu erreichen. Dann habe ich noch versucht, über die normale Etihad Hotline Hilfe zu holen. Dieser Dame habe ich mein Problem geschildert, sie hat auch beim Chauffeur Desk angerufen, auch da hat niemand abgehoben. Wirklich auf eine Lösung warten wollte ich nicht, weil die Fahrt vom Hotel zum Flughafen in Abu Dhabi kostet vielleicht 15 Euro. Ich war dann schon ein wenig gereizt. Sie sollte das einfach klären, wenn der Chauffeur da ist, dann ist es gut, wenn nicht dann nehme ich ein Taxi. Länger telefonieren hatte ich keine Lust. Aber es dürfte geklappt haben, zur ausgemachten Zeit stand der Chauffeur vor dem Hotel.

Abu Dhabi Airport kann ganz schön hektisch sein. Und vor allem chaotisch wird es, wenn man im alten Teil des Airports große Flugzeuge abfertigt. Es gibt da so einen großen Rundbau (erinnert irgendwie an Star Wars), von dem einzelne Gänge zu den Gates abgehen. Wenn einmal die Gäste zum Boarding aufgerufen werden, kommt man einfach nicht mehr nach vorne. Man steht mit der ganzen Economy eine Stunde in der Schlange, auch als First Class Passagier. Das ist wirklich schlecht gelöst. Wenigstens in Abu Dhabi könnte man sich eine Begleitung der First Class Passagiere leisten. Mit diesem Wissen wollte ich der erste Gast im Flugzeug sein, nein diesen Zirkus musste ich vermeiden. Ein Mitarbeiter hat mich abgehalten vor zum eigentlichen Gate zu gehen. Das Boarding hätte noch nicht begonnen. Gut, dann habe ich vor ihm eine Warteschlange eröffnet. Nein, ich dürfte da nicht warten, nur Business Gäste dürften dort warten. Naja, mit meinem First Ticket durfte ich dann doch noch beim Gang zum Gate warten. Nochmals ganz langsam: Ich durfte mit einem First Ticket beim Eingang zum Gang des Gates warten. Irgendwann wurde es mir zu blöd und ich bin einfach an ihm vorbei und zum Gate gegangen. Ich liebe Airport Mitarbeiter, die einfach nur Fluggäste quälten wollen. Vielleicht bin ich da zu höflich.

Die Crew ist dann erschienen und einige Minuten später durfte ich an Bord. Und wirklich ich war der erste Passagier im Flugzeug. Hinter mir eine enorme Schlange, es hat eine geschlagene Stunde gedauert, bis der Vogel abflugbereit war.

In dieser Wartezeit trinke ich gerne. Die Crew hat sich vorgestellt, es gab dann gleich einige Gläser Champagner und die ganzen Gimmicks. Ja, es ist schon nett, mit Stil auf den Abflug zu warten. Ich bin da immer relativ entspannt, sicher viel mehr relaxed als in der Warteschlange ;) (Proud to be a First Gate Lice!) Letztlich kann in einer First Kabine, das Boarding ewig dauernd. Mit Champagner lässt es sich warten …

Die A340 Kabine ist riesig. Etihad hat 12 First Kabinen im vorderen Teil des Flugzeugs untergebracht. Das ist echt viel und eigentlich enorm. Ich kenne die A330 Diamond First (Review) und die 777 First (Review), beide mit jeweils nur 8 First Kabinen. Beim A340 hatte ich irgendwie den Eindruck, diese First ist zu groß. Ein wirkliches First Feeling kommt schwer auf und personalisierte Bedienung wird schwer werden. Das war meine Vorahnung, sollte sich aber bewahrheiten …

Die Etihad First Sitze finde ich genial. Es ist eine geschlossene Kabine. Die Einrichtung wirkt und ist sehr edel (Poltrona Frau). Die Materialien sind sehr angenehm. In einem Etihad First Sitz fühle ich mich wohl. Ein wenig entbehrlich ist das ungekühlte Getränkefach. Der Sinn erschließt sich mir nicht. Der Sitz ist aber schon sehr nahe an der Perfektion.

Etihad’s Catering Philosophie ist: Iss wann du möchtest, was du möchtest. Noch vor dem Abflug hat der super motivierte Bord-Koch meine Bestellungen aufgenommen. So ganz recht war ihm meine Bestellung aber nicht. Bibimbap und ein Steak zu bestellen, irgendwie wollte er das nicht richtig. Also ich hatte keine Bedenken zwei Hauptspeisen zu bestellen. Schließlich und endlich gibt es keine Speisenfolge bei Etihad und die Karte differenziert jetzt auch nicht wirklich in Hauptspeise und Vorspeise. Wir haben das dann geklärt, alles ganz chillig, alles ganz nett.

Das Abendessen fand ich wirklich ausgezeichnet. Das Bibimbap war hervorragend und Steak mit Pommes, ja das kann Etihad. Ich finde diese bodenständige Karte, wie Etihad sie anbietet besser, als diese übertriebenen  Menüs (ich denke da an Lufthansa First). Meistens funktionieren diese gekünstelten Speisen nicht. Es gibt einfach Dinge, die im Flugzeug gut rüberkommen. Bibimbap und Steak zählen dazu.

Ein wenig mühsam war die lange Zeit zwischen den Gängen. Und da kommt auch schon meine Kritik ins Spiel. Die Crew war bis auf den Bord-Koch sehr indifferent und fast apathisch. Es ist einfach nett mit dem Namen angesprochen zu werden. Bis auf den Koch und bei der Vorstellung des In-Flight-Manager hat mich niemand persönlich angesprochen. Small-talk gehört auch irgendwie in eine First und auch eine gewisse vorausschauende Höflichkeit. Das Service auf diesem Flug hat eher den Eindruck einer Etihad Business gemacht. Es war zu langsam, zu wenig persönlich, ich musste zu oft um etwas bitten. Am liebsten hätten sie wahrscheinlich gehabt, ich wäre gleich schlafen gegangen. Leider machen die Passagiere nicht immer das, was sich Crews wünschen.

Ein Nickerchen in meinem First Bett später war man im Landeanflug auf Seoul Incheon. Was ich immer spannend finde ist, wie lange man eigentlich noch Service in einer First anbietet. Im späten Teil des Landeanfluges habe ich schon oft einen Kaffee getrunken. Und man kann auch eigentlich viel viel länger trotz des Anschnall-Zeichens aufstehen. Schön langsam habe ich wirklich den Eindruck, Fasten-Seatbealt ist eigentlich nur eine Erziehungsmaßnahme für Economy und Business.

Fazit: Die Hardware ist hervorragend. Ein toller First Sitz, edles Porzellan, guter Champagner, schöne Details, ausgezeichnetes Essen. Der Chauffeur Desk versinkt im Chaos und am Flughafen gibt es keine persönliche Betreuung. Die Crew war bis auf den Koch indifferent und die Kabine eigentlich für eine First zu groß.

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