Ein Trip mit der Air India 787 Business von Bangkok nach Mumbai …

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Bangkok (BKK) – Mumbai (BOM)
787 – Business
Günstiges Ticket
Champagner: H. Blin

Ich finde die Preisgestaltung der Airlines echt spannend. Ein direkter Flug von Hong Kong nach Mumbai wäre super teuer gewesen. Halbiert man die Strecke in zwei Teile auf und fliegt Hong Kong – Bangkok und dann Bangkok – Mumbai hat sich der Preis auf ein Drittel reduziert.

Der Check-in war total interessant. Ich war sehr früh dran und schon beim Beginn des Check-in dabei. Normalerweise ist drei Stunden vor Abflug nix los. Hier war aber scheinbar schon die ganze Maschine angestellt. Weil ich einfach zum Business Check-in gegangen bin und damit die lange Economy Schlange hinter mir gelassen habe, gab’s ein wenig Schreierei. Wieder einmal hat man mich als Rassist bezeichnet, weil ich mir das Recht herausnehme und mich nicht anstelle. Da haben einige Passagiere das System eines Priority Check-in nicht ganz verstanden. Deswegen zahlt man ja mehr. Solche Beschimpfungen nehme ich cool. Da verarbeiten Menschen ihre Minderwertigkeitsgefühle, die sie aber nicht haben müssten. Das Leute auch die verschiedenen Bezeichnungen beim Check-in nicht verstehen ist ja an der Tagesordnung.

Der Check-in hat ein wenig gedauert. Das E-Visum musste kontrolliert werden. Der Weiterflug eingegeben werden. Es gab die Einladung für die Louis Tavern Lounge und eine Fast Track Karte. Statt der Louis Tavern Lounge habe ich mir die Singapore Airlines SilverKris Lounge (Review) und die Thai Royal Silk Lounge (Review) angesehen. Ein Star Alliance Business Ticket (oder ein Status) verschafft ja Zutritt zu jeder Star Alliance Business Lounge. Man kann da wirklich ausprobieren und von Lounge zu Lounge gehen.

Auch das Boarding fand ich spannend. Zunächst gab es eine weitere Kontrolle am Gate. Inwiefern die wirklich effektiv war, wage ich zu bezweifeln. Man wollte in meine Taschen sehen und mich abtasten. Wenn’s Spaß macht und die Regeln so sind, dann bitte. Bei den ständigen Kontrollen stumpft man ein wenig ab. Die Damen haben das aber sehr freundlich und ruhig durchgeführt. Beim Boarding hat die Bezeichnung Business und Economy auch ein wenig verwirrt. Die Economy Passagiere wollten sich alle bei der Business anstellen. Es hat sich dann alles geklärt, aber da waren nicht die Vielflieger unterwegs. Es gab dann auch ein Priority Boarding und ich war wie immer der erste Passagier im Flugzeug. Interessanterweise hat man die 787 mit nur einem Finger angefüllt. Überraschenderweise war die vordere Tür in Verwendung und die ganze Economy musste durch die Business. Weil ja das alle sehr routinierte Flieger waren, haben die Flugbegleiter die ganze Zeit Passagiere, die es sich in der Business bequem machen wollten, in die Economy geschickt.

Vor diesem Flug habe ich mich eigentlich gefürchtet. Man hat in letzter Zeit immer Air India Horror Stories gelesen. Die 787 war in einem super Zustand und sehr sauber. Die Sitze sind älterer Natur und muss man irgendwo ausgebaut und in die neue 787 eingebaut haben, aber fully-flat und damit ganz ok. Der erste Eindruck war sehr gut und hatte ich nicht so positiv erwartet.

Nachdem man also die ganze Economy durch die Business gescheucht hat, haben sich die älteren Herrn Flugbegleiter auch den Gästen gewidmet. Es gab Fruchtsäfte und Wasser. Man hat Zeitungen und Magazine angeboten. Die anderen Business Passagiere haben dann begonnen eine echte Show abzuziehen. Der eine wollte nicht neben dem anderen Sitzen. Auch eine Dame wollte aus mir nicht erfindlichen Gründen den Sitzplatz wechseln. Man hat dann das alles irgendwie geklärt und jeder hatte seinen Lieblingsplatz. Spannenderweise haben diese Gäste beim Umsetzen die Getränke, Zeitungen und ihr Zeugs nicht mitgenommen. Die haben extra den Flugbegleiter gerufen, der ihnen dann das nachtragen musste. Ich war echt amüsiert. Das machen sie einmal mit einer europäischen Flugbegleiterin. Die schießt ihnen die Sachen nach. Die älteren Herrn haben stoisch alles mitgemacht. Warum man selbst Gegenstände nicht tragen kann und warum man nicht neben bestimmten Personen sitzen kann, hat sich mir nicht eröffnet.

Nach dem Start begann der zweite Akt der Show. Alles irgendwie anachronistisch und wie aus einer anderen Zeit. Die Flugbegleiter haben einen Barwagen aufgebaut und sind mit dem herumgefahren. Normalerweise gibt es ja eine gewisse Ordnung nach der eine Business bedient wird. Es geht immer von vorne nach hinten. Da haben sich aber Fluggäste der Business vorgedrängt. Während ich noch nicht einmal ein Getränk hatte, war ein Passagier in der letzten Reihe bereits beim zweiten Gang. Der hat schon verschiedene Gerichte ausprobiert, weil ihm irgendetwas nicht so geschmeckt hat. Wenn die Stewards nicht sofort das Essen gebracht haben, wurden sie immer wieder aus der Galley mit dem Rufknopf geholt. Das haben mehrere Passagiere so betrieben. Wirklich faszinierend. Während also schon die meisten Passagiere gegessen haben durfte ich meinen Getränkewunsch abgeben. Schon wieder hatte ich kein Glück. Den Champagner hat man nicht gekühlt und der musste noch für einige Zeit in den Chiller. Ich würde schon sagen, dass es eine Stunde gedauert hat, bis ich nach dem Start ein Glas Champagner probieren konnte. Man hat mir zwar in dieser Zeit ja eine Show geboten, aber ich denke, das gehört so nicht. Ich hab’s mir gefallen lassen, aber es kann eigentlich nicht sein, dass der Passagier neben mir bereits mit dem Essen – und noch ein zweites Mal bestellt hat – bereits fertig ist und ich nicht mal ein Glas Champagner habe.

Das Menü war hervorragend. Wenngleich man schon sagen muss, man wird indisches Essen mögen müssen, sonst hungert man. Es gab keine Alternative, nur indische Gerichte. Ich bin ein Fan der indischen Küche, also war es für mich toll, aber ich kann mir schon vorstellen, dass internationale Reisende Schwierigkeiten bei der Auswahl haben könnten. Prinzipiell sind indische Gerichte in der Luftfahrt ein sehr dankbares Catering. Das sind ja eigentlich scharfe Eintöpfe, die man aufwärmt. Auch am Boden würde man das auch so machen. Mir hat das Essen super gefallen und ich kann Air India nur loben.

Je länger der Flug gedauert hat, konnten die Flugbegleiter sich auch um mich kümmern. Es gab dann auch immer wieder Champagner. Nach einem Nickerchen war man dann auch schon in Mumbai. Der Landeanflug geht durch wirklich dicht bebautes Gebiet und ist echt spektakulär.

Fazit: Vor diesem Tripp hatte ich echt ein wenig Angst. Von der Air India Business bin ich jedoch absolut positiv überrascht. Da könnte man sicher auch längere Strecken aushalten.

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