ABSURD: Emirates First Lounge Dubai Concourse A

Review der gigantischen Emirates First Lounge Dubai Concourse A …

Bei den First Class Lounges überlegen sich die Airlines meistens irgendwelche Verrücktheiten. Qatar hat aus der First Lounge ein Museum moderner Kunst gemacht. Lufthansa leistet sich in Frankfurt den First Class Terminal. Air France hat die Lounge in ein Sternerestaurant umgewandelt. Bei Etihad gibts ein Fitnesscenter. Und bei Emirates hat man in Terminal A einfach eine ganze Etage zu einer First Lounge umgewandelt.

Für mich ging es also vom Flug von New York (Review) durch die Sicherheit beim Transfer. Business und First hatten einen eigenen Sicherheitsbereich, aber es war trotzdem hektisch und hatte was von Treiberei von Menschen. Dann musste ich noch mit der Skytrain in Terminal A. Begleitung bietet Emirates nicht an. Bis auf den Fast Track wird man eigenständig durch den Airport geschickt. Erst in der First Lounge wird es dann besser. Da kann man dann ja direkt das Flugzeug boarden.

Im Terminal A – wo die A380 abgefertigt werden – ist eine Etage der First Lounge vorbehalten. Die Dimensionen sind für eine First Lounge extrem gigantisch. Sie erstreckt sich über einen Kilometer und hat 1 500 Sitzplätze. Man hat in der Lounge mal Geschäfte, Zigarrenbar, Restaurant, Nassräume und so Buffet Bereiche (Eis, Sushi, Snacks, Bar usw.). Alle Dinge sind in doppelter Ausführung gespiegelt.

Vom Design her ist es eigentlich eine riesige Ansammlung von Sesseln verschiedener Art. Es hat was von Hotel-Lobby aus den 80er Jahren nur eben in einer gigantischen Ausprägung. Mich hat es an eine Möbelausstellung in einem Einrichtungshaus erinnert. Man hat so riesige Tische herumstehen, wo man vielleicht mal was rauf stellen hätte wollen. Jetzt sind nur so Plastikblumen verteilt. Ständig wiederholt sich irgendein Ledersessel. 1 500 Sessel …

Nachdem man mal die Anzahl der Sitzmöglichkeiten bewundert hat, bemerkt man die enorme Dichte der Angestellten. Während ich dort war, habe ich locker über 100 Angestellte gesehen. Passagiere habe ich während meiner 6 Stunden in der Lounge ca. 30 gezählt. Die Mitarbeiter sind also alle zu Untätigkeit verurteilt. Die tratschen, sind grob gelangweilt und frustriert. Da stehen irgendwelche Gruppen herum oder sie surfen mit dem Handy.

Ich habe mich in einen Barbereich mit 5 Mitarbeitern gesetzt. Während ich dort vier Stunden als einziger Gast gesessen bin, wurde ich kein einziges Mal gefragt, ob ich etwas haben wollte. Man hat es nichtmal der Mühe empfunden den Tisch abzuräumen. Hat man aktiv nach einem Getränk gefragt, wurde es serviert. Das leere Glas blieb dann aber auch stehen. Was mich echt gestört hat, war dass man es nichtmal geschafft hat, die Tische und Sessel abzuwischen. Also da war noch der Dreck der anderen Passagiere vor mir zu sehen. Das muss einfach nicht sein.

Dann wollte ich ins Restaurant gehen. Es ist natürlich schöner am Fenster zu sitzen. Das wollte man mir nicht erlauben, weil die Mitarbeiter hätten dann doch ein paar Meter mehr zu gehen. In diesem riesigen Restaurant haben sie die paar Gäste alle auf einen Haufen gesetzt. Ich hab’ auf so eine plumpe Vorstellung einfach verzichtet.

Das Personal ist ganz schlimm. Die nehmen sich echt viel Raum (da ist eigentlich genug da), bewohnen die Lounge, haben aber den Zweck ihres Jobs vergessen. Das ist eine First Lounge für First Passagiere und nicht der Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter. Daneben sind sie auch echt teilweise grob unfreundlich oder unhöflich. Da hassen viele ihren Chef oder ihren Job.

Das Angebot fand ich jetzt für die Flagship First Lounge am Main Hub einer Airline nicht so überragend. Das Sushi war ok. Die Getränkeliste ist relativ eingeschränkt. Mehr als in so einer gemischten Emirates First und Business Lounge darf man sich nicht erwarten. Für eine First Lounge ist es aber kein Aushängeschild. In einer First Lounge würde ich schon mehr sehen wollen. Es ist einfach eine beschränkte Auswahl, die man auf einem Buffet unterbringen könnte, auf einen Kilometer verteilt.

Es war mal nicht ganz sauber. Personal eine eigene Story. Die Hardware ist teilweise schon ramponiert. Die Nassräume würden dringend eine Renovierung benötigen. Da sind wir nicht mehr bei First unterwegs. Es ist auch vom Hygienestandpunkt sehr seltsam, wenn die Köche und Angestellten die Nassräume der Passagiere verwenden. Das versucht man in jedem Restaurant zu vermeiden.

Man hat in der Lounge definitiv seine Ruhe und kann direkt daraus boarden. So richtig Spaß macht die Vorstellung nicht wirklich und das ist bei einer First Lounge eigentlich unglaublich traurig.

Kommentare 6
  1. Das ist generell ein Problem in Dubai (und anderen Ländern in der Region): Die Mitarbeiter werden gehalten wie Sklaven. Leben in sehr mäßigen compounds und mit schlechter Bezahlung und langen work hours (6 d x 10 h).

    Doch das Hauptproblem: Die langjährige Isolation von Freunden und Familien in einem völlig fremden Land. Wenig Kohle ist nicht so schlimm, wenn man eine liebevolle Familie hat und vielleicht noch gut aussieht. Daher hätte ich kein Problem, in armen Ländern Urlaub zu machen.

    In Dubai und Co. ist es jedoch die Hölle für die einfachen Arbeiter aus Südasien und Südostasien. Fast allen Hotelangestellten, aber auch Flughafenmitarbeitern ist die Depression ins Gesicht geschrieben. Man muss schon sehr kalt sein, um dort einen Urlaub zu genießen.

  2. Seit QR die QRPC Platinums in die Al Safwa Lounge lässt, war ich etwa 10 mal dort. Das Verhältnis Gäste ./. Personal ist ähnlich wie hier bei EK beschrieben, aber die Mitarbeiter sind alle super aufmerksam und höflich. Scheinbar kein Vergleich…

    1. Al Safwa ist eine wirklich unglaublich schöne Lounge. Die Emirates First Lounge kann man mit Al Safwa gar nicht vergleichen. Emirates First Lounge ist Hyatt Place, Qatar First Lounge ist Park Hyatt.

    1. Ich weiß schon wie man das in den VAE macht, man scheucht die Leute rum und stellt sie an irgendeinen Platz, aber das bin ich nicht. Das wäre mir zuwider.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Prev
UK überlegt 14-tägige Selbstquarantäne bei Einreise

UK überlegt 14-tägige Selbstquarantäne bei Einreise

Ende Mai kommt möglicherweise eine 14-tägige Selbstquarantäne für UK

Next
Für neue Alitalia zeichnet sich Allianzwechsel ab

Für neue Alitalia zeichnet sich Allianzwechsel ab

Bei der neuen Alitalia zeichnet sich ein Allianzwechsel ab

You May Also Like

Alle Deals täglich in deinem Postfach

Den Email Newsletter bestellen und keinen Deal mehr verpassen! Gesammelt alle Artikel easy als Email erhalten!

Perfekt! Alles klar. Du hat den Newsletter abonniert!