Mit der 777 Air China First von Peking nach London …

Peking (PEK) – London (LHR)
777 – First Forbidden Pavilion
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Ich war jetzt schon einige Jahre nicht mehr in der Air China First unterwegs. Irgendwann am Anfang meines Blogs findet man wahrscheinlich noch so einen Air China First Review. Natürlich hätte ich Lufthansa First fliegen können. Verfügbarkeit war von Peking nach Deutschland kurzfristig gegeben, aber wenn eine Airline ihr First Produkt “Forbidden Pavilion” bezeichnet, dann zieht mich so was magisch an. Dieses First Produkt habe ich nicht gebucht, weil ich wusste, es sei so high-end, sondern eher just for fun. Ich wollte mir die Air China First wieder mal geben.

Am Boden kann Air China in Peking gar nichts. Es gibt einen abgetrennten Premium Check-in (REVIEW: Air China Premium Check-in Peking). First Schalter war geschlossen. Man hat mich dann bei ihrem Vielflieger Check-in vorgenommen, weil sonst wäre ich wahrscheinlich eine halbe Stunde in der Business Schlange gestanden. Die hatten da am Business Counter irgendeine angeregte Diskussion. Fast Track no. Begleitung no. Peking Capital Airport hat schlecht Passagiere abgefertigt. Eine geschlagene Stunde habe ich von Premium Check-in zur First Lounge gebraucht. Sicherheitskontrolle war ein richtiges Desaster und eine unglaubliche Schieberei. Das hat alles irgendwie nicht funktioniert. Als Passagier auf einem First Ticket am Heimatflughafen einer Airline bin ich mir ein wenig verarscht vorgekommen. Es ist ja nicht so, dass Peking Capital Airport Begleitungen und Fast Track verbieten würde. Wer zahlt geht unterirdisch durch ein Labyrinth und sieht keinen einzigen Passagier. Aber eben das war nicht für First Passagiere der Air China vorgesehen. Die Air China First Lounge hat meine Stimmung nicht gehoben. Sie ist einfach keine First Lounge. Es ist eine Priority Pass Lounge und Business Lounge für Passagiere auf Air China. Daneben dürfen sich halt echte First Passagiere auch dort aufhalten. Mit einer richtigen First Lounge hat sie nur den Namen gemeinsam. Für eine Priority Pass Lounge fand ich sie ganz ok, aber ich war mit einem First Ticket drinnen.

Weil ich es in der Lounge nicht ausgehalten habe (es war auch furchtbar heiß dort) bin ich schon früh zum Gate. Boarding war zivilisiert, aber auch ein wenig schräg. Wenn ich eine First Strecke habe – und London nach Peking ist eigentlich eine Prestige Strecke – dann vergesse ich doch nicht einfach auf die First beim Boarding. Man hat die Business aufgerufen, aber die First war egal. Das am Boden war ein echtes Trauerspiel. Shame on Air China.

Im Flugzeug ist es dann viel besser geworden. Die überaus freundliche Flugbegleiterin für die First hat mich begrüßt. Die sehr höfliche Dame konnte fließend English und ich habe mich sofort sehr wohl gefühlt. Man hat mich zu meinem Sitz begleitet. Die Flugbegleiter der First haben sich vorgestellt und auch der Manager des Fluges hat vorbeigeschaut (eigentlich hat er in der F Dienst gemacht).

Diese Air China First in der 777 haben sie schon länger in Betrieb. Die First Sitze fand ich sehr bequem und mit guter Privatsphäre (trotz fehlender Tür). Alles war ein einem sehr guten Zustand und penibel sauber. Die First Kabine hat einen sehr adretten Eindruck gemacht.

Dann gab es sofort die Geschenke. Ganz wichtig waren die Blumen. Die mussten immer ordentlich hergerichtet werden. Occitane Amenity Kit war jetzt nicht super fancy, aber sehr brauchbar. Mein absolutes Highlight war aber der Pyjama. Air China hat für den Forbidden Pavillon so ein historisch angehauchtes China Gewand. Man kommt daher wie eine Mischung aus Mao und China Adel im Freizeitdress des 19. Jahrhunderts. Sehr geil.

Mit einem Glas Bollinger hat es sich in der First schön auf den Abflug warten lassen. Speise- und Getränkekarte hat spannend ausgesehen. Weitere First Passagiere gab es nicht.

Der erste Gruß aus der Küche war jetzt nicht überragend. Die Hühnersuppe war qualitativ sehr ansprechend. Bei den Vorspeisen musste ich schon im Menü Nachschau halten, was ich da eigentlich esse. Der Signature Dish Peking Ente war natürlich ein Hammer. Peking Duck im Flugzeug kann was ;) Obst und Käse waren ok. Jede Mahlzeit mit Obst zu beenden finde ich von chinesischen Airlines sehr löblich. Dieser Lunch war sehr in Ordnung und fand ich gut. Eine Spur mehr Raffinesse und Delikatessen könnten in einer First schon sein.

Ich habe mir im Mittelplatz das Bett machen lassen. Leider hat Air China nur so eine Art Leintuch. Eine volle Matratze als Auflage bietet man nicht. Viele Chinesen mögen das nicht, aber sie haben halt auch andere Passagiere. Es war jetzt nicht unbequem, aber eine echte Matratze ist heute schon bei guten Business Produkten Standard. Ein angenehmes Nickerchen wurde es aber trotzdem.

Mit ein paar Filmen habe ich mir die Zeit vertrieben. So die richtig große Auswahl haben sie halt leider nicht. Anspruchsvolleres Zeugs darf man nicht erwarten. Die Selection war sehr Kommerz.

In der Karte hat mich ein Gericht angelacht. Auf der Strecke nach London hat man sich für die First eine Spezialität einfallen lassen. Es hat Afternoon Tea gegeben und der musste es dann sein. Ach wie cute hat man den denn angerichtet. Hat mir sehr gut gefallen und haben sie wirklich sehr nett gemacht. Wer kann bei Servietten mit Pandas in einer First irgendwie eine schlechte Laune haben?

Das Service Level war extrem hoch. Teilweise wurde es ein wenig skurril. Ihr Vorgesetzter hat meiner Flugbegleiterin die Sachen gebracht und sie hat sie dann immer nur mir serviert. Ich bin immer mit Namen angesprochen worden. Die Interaktionen waren überaus höflich und sehr First.

Ein wenig seltsam war ihre Fasten-Seatbelts Philosophie. Man hat die Lampen einfach den ganzen Flug angelassen. Was ich auch nicht verstehe, sind die riesigen Wanderbewegungen in den Air China Maschinen. Da rennen ständig Mitarbeiter im Kreis. In einer First ist normalerweise eine Ruhe. Eine Ruhe habe ich gesagt ;)

Über das lausige Service am Boden habe ich mich schon ausgelassen. In der Luft war die Air China First dann wirklich spaßig und sehr angenehm. Peking Ente und Afternoon Tea, das fand ich einfach total nett. Ein Delikatessen Feuerwerk war es sicher nicht, aber man hatte z. B. zwei Champagner Marken zur Auswahl. Das ist für China schon ganz schön viel. Das Service Level durch die Crew war richtig hoch. Da bin ich noch immer entzückt. Einfach für das Erlebnis und natürlich für die Pyjama Sammlung, sollte man Air China First schon mal gemacht haben.

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