Vielleicht sollte ich mal über das Fliegen in China plaudern. Das unterscheidet sich schon ein wenig vom Fliegen in der restlichen Welt ;)

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Fliegen in China folgt eigenen Gesetzmäßigkeiten. China ist nicht nur ein eigener Kulturkreis, auch in der Luftfahrt ist es teilweise sehr anders. Wenn man das nicht kennt oder mit bestimmten Dingen nicht rechnet, ist man rasch überfordert.

Fliegen in China ist sicher

Ich habe einmal in einer Lounge erlebt, wie jemand von einer europäischen Airline die in China operiert hat, auf eine chinesische Airline umgebucht wurde. Der selbst erkorene Vielflieger hat einen riesigen Aufstand gemacht. Fliegen mit chinesischen Airlines sei nicht sicher war der Tenor. Da hat er sich aber zu wenig mit der Statistik beschäftigt. Der chinesische Luftraum ist ein Paradebeispiel für Sicherheit. Der IATA Direktor hat in einem Interview festgestellt:

“China has an exemplary safety record. There have been no jet hull losses in Mainland China since August 2010. The combined efforts of the Chinese aviation industry, including government, airlines, airports, air traffic control, and many others have built a first class safety record for China”

Man kann auch gern mal das Aviation Safety Profil von China mit den USA vergleichen:
China air safety profile
United States of America air safety profile

Schlägereien an der Tagesordnung

Nicht einmal habe ich an einem Airport eine Schlägerei gesehen. Man wartet auf den Check-in. Auf einmal gibt es lautes Geschrei auf Chinesisch. Entweder die Fluggäste raufen oder ein Passagier verprügelt den Mitarbeiter der Airline.

Es gibt ganz böse Youtube Videos über Schlägereien auf chinesischen Airports. Die sind nicht gestellt. Solche Check-in Schlägereien habe ich mehrfach mitbekommen. Man muss einfach weggehen. Die Polizei regelt das dann sehr schnell. In Europa könnte ich mir nicht vorstellen, dass ein Gast einfach dem Mitarbeiter einer Airline eine runterhaut, aber in China passiert das. Europäer lassen sie aber immer in Ruhe. In China habe ich mich noch nie gefürchtet, aber man sollte das wissen, damit man nicht überrascht wird. Sie fangen untereinander auf Airports gern zu raufen an.

Vordrängen gehört dazu

Man fliegt eine chinesische Domestic First. Das ist eine bessere Variante der europäischen Business, vergleichbar mit der US Domestic First. Das Flugzeug landet und man steht auf und wartet bis man aussteigen darf. Normalerweise verlassen dann alle nacheinander das Flugzeug. Während man aber in China wartet klettern einfach irgendwelche Passagiere über andere Passagiere oder Sitzbänke und drängen sich vor. Auf einmal steht irgendwer aus der letzten Reihe Economy neben einem bei 1A. Sie meinen es nicht böse, aber drängeln gehört irgendwie dazu. Drängeln bei der Sicherheit, beim Aussteigen, sogar beim Einsteigen.

Manchmal wird kollektiv gedrängelt. Da muss man dann mitmachen, sonst wartet man ewig. So ist es einfach. China ist nicht das Vereinigte Königreich ;)

Airport Lounges sind mitunter absurd

Chinesen bezeichnen ihre Lounges gerne mit dem Titel “First” Lounge. Man sollte aber nicht zu viel erwarten. Immer wieder folgt es dem gleichen Muster. Die Einrichtung ist wie im Büro des Zentralkomitee der kommunistischen Partei. Schwere Ledersessel und Flatscreen Fernseher. Kulinarisch finde ich die Lounges sehr kreativ. Man bekommt dort Getränke und Snacks, die man noch nie gesehen hat. Light Produkte, Champagner oder Mineralwasser sucht man vergebens. Dafür gibt es irgendwelche getrockneten Fische oder Früchte, dazu Chips mit Fischgeschmack. Irgendwie alles ein wenig crazy und sehr chinesisch. Ich mag die Lounges, weil sie so exotisch daherkommen, wenngleich sie sehr oft überfüllt und nicht wirklich gut sind.

Man kann Essen nachbestellen

Ein Klassiker in China: Man kann Essen nachbestellen. In der Domestic First, aber auch in der Economy. Wenn man noch Hunger hat und aufzeigt, gibt es das Menü einfach nochmals.

Das Essen auf den Flügen ist hervorragend

Gerade in der Domestic First bemüht man sich wirklich. Air China hat ein z. B. eine eigene Tee Karte. Es gibt wirklich kreative Menüs und das Angebot unterscheidet sich immer sehr regional. In der Domestic First bekommt man wirklich mit, wo die Airline ihren Stammsitz hat. In der Air China First habe ich schon hervorragend gegessen und auch die anderen Airlines achten sehr auf das Catering. Naja, vielleicht haben sie Angst vor Schlägereien ;)

Flugpläne kollabieren regelmäßig

In China liegen die Flughäfen mit dem stärksten Flugaufkommen Asiens. Angeführt vom Spitzenreiter Peking Capital Airport zählen noch Hong Kong, Shanghai Pudong und Guangzhou zu den 10 Airports mit dem stärksten Reiseaufkommen in Asien. Ein Großteil des Luftraums wird noch dazu vom Militär beansprucht. Ein kleines Gewitter in Peking kann mitunter zu enormen Flugausfällen und Verspätungen führen. Alles läuft am Limit. Sand im Getriebe führt dann zu gröberen Problemen.

Ein Gewitter ging über Peking nieder und ich sollte zu Mittag wegfliegen. Beim Check-in meinte die Mitarbeiterin, sie bucht mich auf eine frühere Maschine. Auf dem Boardingpass wäre der neue Flug in 5 Minuten gegangen. Auf Nachfrage meinte sie trocken, der Flug wäre zwar in 5 Minuten, aber er fliegt erst in 5 Stunden. Das Chaos hat eine gewisse Routine und es wird echt kreativ reagiert. Auf einmal gab es einen Aircraft Change von einem A320 zu einer 747 Langstrecken Maschine, die man einfach voll angefüllt hat und versucht wurde die Verspätungen zu korrigieren. Man muss aber schon immer mit gewissen Unpünktlichkeiten rechnen.

 Englisch ist auch auf den Airports nicht das große Thema

Ohne Chinesisch kommt man auf den Airports durch, aber es heißt aufpassen. Normalerweise werden Gate Wechsel wie auf internationalen Flughäfen auf den Bildschirmen angezeigt. Nicht einmal ist es mir passiert, dass man beim angezeigten Gate einfach ein Schild in chinesischer Sprache hingehängt hat und das Flugzeug dann woanders war. Das passiert und je kleiner der Flughafen ist, desto häufiger muss man mit solchen Dingen rechnen.

Domestic Economy ist eine sehr chinesische Erfahrung

Die Check-in Schlangen für die Domestic Economy können absurde Längen erreichen. Es wird gedrängelt und geht mitunter sehr crazy zu. Nicht einmal habe ich internationale Reisende mit einem Economy Ticket verzweifeln sehen. Auch in der Economy selbst kann es wild werden. Mitunter wird gespuckt, immer wird geschlürft und aufgezogen. Die zu haltende Distanz zu fremden Menschen wird anders wahrgenommen. Auch das Drängeln immer und überall ist sehr mühsam. Mag es kulturell bedingt sein, so würde mich eine Economy ein wenig überfordern. In der Domestic Fist hat man doch ein wenig mehr Ruhe und mehr Abstand.

Ewige Rundfahrten mit den Flugzeugen

Nur weil ein Flugzeug gelandet ist, bedeutet es in China noch gar nichts. Man fährt ewige Strecken herum. Mag das auf den ersten Blick zwar mühsam sein, so ist das einfach dem Sicherheitsgedanken geschuldet.

Enorme Airport Projekte

Ständig werden neue Airport Projekte forciert. Atemberaubende Architektur, modern und wirklich schön. Gerade Peking Capital Airport gefällt mir extrem gut. Die alten teilweise sehr üblen Airports verschwinden und jede Kreisstadt verwirklicht sich mit einem neuen Airport.

Fliegen in China macht Spaß. In der Domestic First ist es wirklich angenehm. Von der Economy würde ich eher Abstand nehmen. Das kann man nicht mit einer Economy in Europa vergleichen und könnte zu einem Kulturschock führen.

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Derzeit bekommt man einen unglaublich hohen Bonus für eine Kreditkarte. Mit Abschluss der DE American Express Platinum erhält man 60 000 Meilen. Hier bei Boardingarea kann ich euch das anbieten:

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