Mit der Royal Air Maroc Business von München nach Casablanca …

München (MUC) – Casablanca (CMN)
737-800 – Business
Deal: Avios Ticket
Champagner: Laurent-Perrier
Vor ein wenig über einem Jahr hat mich ein Streik – wieder mal – in der Lufthansa Group in eine Umbuchung zu Royal Air Maroc gebracht (Review). Von dem Flug war ich damals richtig angetan. Natürlich hätte ich mich bei dieser Tour in eine europäische Business mit einem blockierten Mittelsitz zwängen können, aber man sammelt ja Meilen um sie auch zu verwenden.
Marokko ist ein beliebtes Ziel von Luxustourismus und Royal Air Maroc weiß um ihr Alleinstellungsmerkmal eine luxuriösere Business bieten zu können. Dementsprechend lässt man sich diese Tickets vergolden. Nett ist es aber natürlich ein paar Avios in der Tasche zu haben und dieses doch sehr gehobene Preislevel damit umgehen zu können.
Bei den digitalen Services vor einem Flug ist Royal Air Maroc nicht so ganz auf der Höhe. Die Reservierung eines Sitzplatzes war wegen einer Fehlermeldung nur telefonisch möglich. Für eine Essensauswahl vor dem Flug gab es zwar eine E-Mail, der Link hat jedoch ins Leere geführt. Also da könnte man sicher ein wenig mehr daran feilen.
Check-in für die Business war flott. Fast Track hat funktioniert. Royal Air Maroc verwendet in München logischerweise aufgrund fehlender Alternativen die Airport Lounge World. Nicht zu verwechseln mit der Airport Lounge Europe, die eigentlich zu vergessen ist.

Airport Lounge World des Flughafen Münchens ist eine meiner Lieblinge unter den freien Lounges. Gerade in die oberste Etage der Lounge auf zwei Stockwerken verirren sich wenige Reisende. Die Aussicht von der Lounge und auch den Nassräumen über den Flughafen ist endgeil. Die Lounge ist ja wie eine Art Aufbau auf das Gebäude raufgestellt. Insgesamt konnte man hier wirklich sehr entspannt auf den Flug warten (Review).






Boarding von Royal Air Maroc war ganz am Ende des internationalen Bereichs von Terminal 1. Das ist also so ein ganz langer Gang, wo am Ende das Gate ist. Für ein geordnetes Priority Boarding ist dieses Gate gänzlich ungeeignet. Räumlich kann man da die Passagiere gar nicht sortieren. Die Reisenden haben sich also wie sie gekommen sind irgendwie in diesem Gang angestellt. Die Mitarbeiter von Royal Air Maroc haben auch gar kein echtes Priority Boarding versucht, was ja eben auch gar nicht geklappt hätte.
Wer aber Priority Boarding erhalten hat, war die Polizei mit Ausweisungen. Einmal sind auszuweisende Reisende direkt von einem Bus eingestiegen. Die hat man bis auf eine einstündige Verspätung für das Prozedere nicht mitbekommen. Ein sichtlich gestresster Herr wurde von der Polizei an dieser ganz langen Schlange von Fluggästen von Royal Air Maroc vorbei eskortiert. Diese doch längere Verspätung haben die Polizisten mit der Hand am Halfter wie im wilden Westen diesen Herrn bewacht. Deeskalierend hätte ich das jetzt nicht umschrieben. Einzig und allein Kinder die um die Polizei mit dem Herrn zur Abschiebung gespielt haben, haben die Situation eigentlich gelockert. Wirklich eine Stunde später war das Pre-Boarding der Abschiebung – ich weiß nicht wie man das sonst nennen soll – vorbei und das eigentliche Boarding hat begonnen. Royal Air Maroc lässt die Flugbegleiter nochmals alle Bordkarten beim Betreten des Flugzeugs kontrollieren. Das hat natürlich nochmals Zeit gekostet. Also ein flottes gestresstes Boarding war das jetzt nicht wirklich. Es war eher ein angespanntes ewiges Boarding.

Royal Air Maroc hat in ihren 737-800 eine nette Business mit Couchsesseln in drei Reihen in 2-2. Im Vergleich zu den Produkten aus Europa ist das schon eine sehr nette Art zu reisen. Die Sitze waren nicht ihre neueste Variante und es hat leider auch kein Entertainment oder Wi-Fi gegeben.


Die Crew war wegen der Kontrolle der Bordkarten, den Abschiebungen und der resultierenden Verspätung doch einigermaßen angespannt. Vor dem Abflug ging sich für mich aber noch ein Glas Champagner aus. Die Speise- bzw. Getränkekarten wurden auch ausgeteilt.



Für das Catering muss ich Royal Air Maroc wirklich loben. Zunächst gab es mal einen Drink (bei mir wieder Champagner) mit Nüssen. Auf einem Tray hat man Vorspeise und Nachspeise serviert. Das war besser als es auf den Fotos aussieht. Schließlich hat man den Servierwagen ausgepackt und die Hauptspeisen präsentiert. Ihre Schmorgerichten (Tajine) eignen sich perfekt für ein Flugzeugcatering und das war wirklich exzellent. Am Ende gab es noch Käse und marokkanischen Tee auf dem Servierwagen vorgelegt. Fehlendes Entertainment hat Royal Air Maroc mit einem schönen mehrgängigen Abendessen zelebriert. Natürlich gab es bei den Drinks den ganzen Flug kein Ende.
Die Crew war äußerst umgänglich, bemüht und höflich. Der Prozess der Rückführungen hat ein paar mal hinten zu tumultartigen Zuständen geführt. Da war ich schon froh, in der Business in einem eigenen Reich zu sitzen.





Sehr positiv ist der Fast Track für die Business zu nennen. Die Schlangen bei der Einreise nach Marokko können schon unangenehm lang werden.
Marokko ist eine Luxusdestination. Mir Royal Air Maroc kann man dorthin adäquat fliegen. Natürlich ist eine intime Business mit Couchsesseln einer Business mit einem blockierten Mittelsitz und einem reduzierten Service vorzuziehen. Royal Air Maroc hat hier eine wirklich schöne konservative Business abgeliefert. Service und Catering waren für so eine Strecke beeindruckend. Natürlich lassen sie sich das preislich abgelten, aber mit Avios kann man das Thema ja nett umgehen.
Eigentlich traurig, dass man die Sitze auf solch einer Strecke mit Recht als Luxus bezeichnen darf.
Ja, im Vergleich zu Lufthansa ist das nun Luxus :)). Allerdings haben Aeroflot und andere russische Airlines noch immer dieses eher luxuriöse Gestühl. – Vielleicht daher die Sanktionen – damit LH keine Konkurrenz zu russischen Fliegern hat :))))