UNGEWÖHNLICH: St. Regis Florenz – Junior Suite

Review einer Junior Suite im St. Regis Florenz …

Auf meiner Tour runter nach Sizilien hat es mich ins St. Regis Florenz gezogen. Das Hotel wird bei Marriott Bonvoy Publikationen gerne als Sujet verwendet. Damit hat mich das Haus wirklich interessiert.

Gebucht habe ich mit Punkten und ein Titanium Suite Upgrade für eine Junior Suite mit Arno View raufgelegt. Die Preise sind für das Hotel exorbitant und die verlangen wirklich ordentlich.

Die Location des Hotels ist perfekt. Es liegt am Arno und direkt in der historischen Altstadt. Zur Ponte Vecchio sind es 500 Meter. Besser kann man in Florenz nicht wohnen. Zufahrt ist beschränkt, aber Hotelgäste dürfen in diese Art Fußgängerzone einfahren.

Der Check-in war ein wenig ungewöhnlich. Es hat irgendwie keiner gemerkt, dass da ein Auto vor der Tür steht. Die haben das gesehen, aber es ist keiner rausgekommen. Erst mit dem Gepäck im Hotel hat man mir die Autoschlüssel abgenommen und für ein Valet Parking gesorgt. Alles sehr freundlich, aber ein Mitarbeiter auch vor der Tür wäre jetzt kein Fehler gewesen. Dann im Hotel wollte man die Koffer aufs Zimmer bringen, aber das braucht zu dem Zeitpunkt auch keiner. Der eigentliche Check-in war nett, aber langsam. Es gab meine schon im Vorhinein bestätigte Junior Suite. Eigentlich war es aber ein Downgrade. Das Titanium Upgrade habe ich auf eine Junior Suite mit Arno View (Vorderseite) gelegt und bestätigt bekommen. Erhalten habe ich eine Junior Suite mit einem seitlichen Arno View. Das ist im Marriott Bonvoy Buchungssystem eine niedrigere Zimmerkategorie. Die Sache war nicht tragisch, aber ein wenig seltsam. Bestätigte Titanium Upgrades zu downgraden kannte ich bis jetzt noch nicht. Auch aufgrund der extrem schwachen Auslastung (das Hotel war leer) konnte ich mir das Downgrade irgendwie nicht erklären. Der Butler hat mich dann – St. Regis Style – aufs Zimmer begleitet.

Die Junior Suite fand ich ganz nett. Sie war nicht riesig, aber die hohen Decken und großen Fenster haben eine Leichtigkeit vermittelt. Richtig gefallen haben mir die im Hotel als Deko aufgebrachten historischen Fresken. Die teilweise Fake Ritterburg Einrichtung fand ich nur eingeschränkt gelungen, aber das ist Geschmackssache. Eine Schiebetür zwischen Wohn- und Schlafzimmer hat definitiv gefehlt. Die Suite war frisch renoviert und in einem hervorragenden Zustand. Es war absolut sauber und auf die Details hat man vorbildlich geachtet. Arno View auf Florenz und auf die Hauptsehenswürdigkeit Ponte Vecchio waren überaus cool.

Die Hardware des Hotels ist eingeschränkt. Es gibt ein kleines Fitnesscenter. Parken läuft nur über Valet Parking. Man hat zwar den Zimmern ein Refresh zukommen lassen und sie renoviert. Die öffentlichen Bereiche sind bis auf die kleine Lobby weitgehend nicht erneuert. Auf den Gängen und im Restaurant ist man wie in einer eigenwilligen Zeitreise gefangen. Man hat von jeder Renovierung und Neuausstattung noch gute Möbel zurückgelassen. Das führt dann zu einem komplett absurden Stilmix. Im Restaurant kann man fast 20 verschiedene Sitzmöbel aus den verschiedensten Epochen der letzten 100 Jahre zählen. Wenn man durchs Hotel läuft stolpert man ständig über irgendwelche Möbel, die gar keine Verwendung mehr haben. Man fühlt sich wie in einem besseren Versteigerungshaus und nicht in einem Hotel.

St. Regis zeichnet sich durch einen Butler Service aus. In Zeiten von Covid-19 ist das nicht so das große Thema. St. Regis Hotels bieten eigentlich auch einen Kaffee Service. Das gibt es in diesem St. Regis nur am Morgen, sonst nicht.

Covid-19 Maßnahmen: Im Hotel gilt für Gäste und Bewohner Maskenpflicht. Desinfektionsmittel und Hinweisschilder sind angebracht. Der Impfnachweis wurde beim Check-in kontrolliert. Das Hotel ist sehr weitläufig und man kann sich gut aus dem Weg gehen.

Das Frühstück im Restaurant war super und das Service perfekt. Alles wurde serviert und man konnte sich durch die Karte bestellen. In einem riesigen Ballsaal ohne irgendwelche anderen Gästen und ohne Musik zu sitzen, hat schon ein eigenwilliges Feeling transportiert.

Eine kleine Begebenheit beim Check-out hat den Stay zusammengefasst. Das Hotel hat von der Garagen Firma das Auto bringen lassen. Man wollte mir mit dem Gepäck nicht helfen. Es ist auch kein Mitarbeiter vors Hotel gegangen. Dieser Herr der Garagenfirma (nicht St. Regis) hat mir den Schlüssel und das Auto übergegeben. Das ist eigentlich wirklich seltsam. Man gibt das Auto fürs Valet Parking dem Hotel und erhält es von irgendjemanden zurück.

Das Hotel war leer. Der Preis wirklich überaus gehoben. Da hätte ich mir irgendwie schon eine bessere Performance erwartet. Die Junior Suite war renoviert und ganz gut. Location ist perfekt. Downgrade hat mich nicht überzeugt. In der Preisklasse muss das Service immer passen und nicht nur dann geliefert werden, wenn man gerade an einen motivierten Mitarbeiter gerät. Man kann sich das Hotel mal ansehen, aber ob das so ein Haus ist, wo man ständig wiederkommen möchte, das denke ich eher nicht.

Kommentare 4
  1. Meine Junior Suite sah damals so ähnlich aus. Ich kann leider den Gesamteindruck bestätigen, ich war 2019 (also vor Covid) auch nicht gerade begeistert. Einige Zeit davor hatte ich im Four Seasons gewohnt, das kann ich empfehlen.

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    1. Ich denke für 800 Euro die Nacht muss das schon alles passen. Sie haben ja nichtmal eine interessante Bar. Die Bar ist gemeinsam mit dem Restaurant in diesem düsteren Ballsaal. Da will ja keiner freiwillig sitzen. Das Westin gegenüber hat halben Preis, modernere Zimmer und ein Rooftop Restaurant und Bar. Ich würde mir das bei meinem nächsten Aufenthalt ansehen.

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  2. Das Restaurant hat mich damals auch irritiert. Da hatte es noch einen Michelinstern, hat es aber verdienter Maßen danach verloren. Die Qualität war weit von Sternen entfernt und mit der Bühne im Raum zusammen mit dem Barbetrieb fühlte man sich deplatziert. Wenigstens war dein Frühstück ordentlich, das war damals bei mir auch nicht dolle, sowohl qualitativ, als auch vom Service her.

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