Review der absolut tollen Swiss First von Delhi nach Zürich …

Delhi (DEL) – Zürich (ZRH)
A330 – First
Deal: Lufthansa FIRST London – Indien (Return): 2700 Euro
Champagner: Laurent Perrier Grand Siecle
Die volle Tour: Catch me – In zwei Monaten durch Asien und die Schweiz

Lufthansa und Swiss haben immer wieder sehr gute First Deals von London oder Paris nach Indien. Im Sommer habe ich da zugeschlagen. Der Hinflug mit der Lufthansa First im A380 (Review) war exzellent. Ein wenig Abwechslung sollte her und so wurde es die Swiss First auf dem A330 nach Zürich. Klar, angesichts der Flugzeuge hätte ich den A380 der Lufthansa der A330 von Swiss vorziehen sollen (sie fliegen auch zu einer ähnlichen Zeit ab), aber ich wollte einfach über Zürich fliegen.

Swiss bietet für First Passagiere eine persönliche Begleitung vom Check-in, zur Lounge und zum Boarding. Einen halben Tag vor dem Abflug wurde ich da von einem Callcenter kontaktiert. Der Anruf war einigermaßen seltsam. Man wollte unbedingt meine Ankunftszeit am Airport haben. Ein Mitarbeiter würde mich also in Empfang nehmen. Wer mich kennt, weiß um meine Aversion gegen Termine. Ich will mich nicht festlegen lassen. Naja, wenn die das halt wollen habe ich widerwillig eine Ankunftszeit angegeben. Bei Eingang 8 würde man mich treffen.

Ich bin beim Airport angekommen. Habe mich beim Eingang 8 absetzen lassen und musste dann feststellen, dass das der Mitarbeiter-Eingang ist. Also einen Eingang zu zurück, durch diese erste Sicherheitskontrolle und wieder zu Eingang 8. Dort war aber niemand und es hat überhaupt nicht so ausgesehen, als ob dort irgendwelche Passagiere getroffen würden. Dann bin ich eben zum Check-in der Swiss. Ich bin räumlich und zeitlich orientiert, kann mich in einem Airport zurechtfinden. Blöd war halt irgendwie, dass man mich dorthin bestellt hat und dann niemand gewartet hat.

Beim Check-in war ich bei der First natürlich innerhalb von einer halben Minute durch. Auf meine Frage nach dem Begleitservice zum Boarding wurde dann herumtelefoniert. Eigentlich wollte ich schon gehen, aber schließlich ist eine Dame erschienen. Die war super nice und zuvorkommend, aber das hätte man irgendwie schon besser lösen können. Keiner will angerufen, bestellt und dann nicht abgeholt werden.

Die Lady hat mich zur First und Business Ausreise und Sicherheit geführt. Die Passkontrolle war flott erledigt. Ein indischer Beamter hat sich aber mit den Passagieren im Fast Track einen Spaß gemacht. Eine Amerikanerin vor mir hat die Nerven verloren und wollte sich mit dem Beamten eine Diskussion geben. Von einer sinnlosen Diskussion wollte ich nicht aufgehalten werden und ich konnte ihr erklären, dass ihr Vorhaben wenig bringen würde. Diese indischen Kontrollen mit mehreren Beamten, Stempeln und Überprüfung der Überprüfung sind einfach so. Sich zu ärgern ist sehr vergebene Liebesmüh. Ich war dann nach Kontrolle aller meiner Kugelschreiber auch durch und es ging auf meinen Wunsch in die Air India First Lounge (Review). Die Air India Lounge war nicht so ganz mein Fall. Sie wurde von den Mitarbeitern als Pausenraum verwendet und ich wollte sie da nicht stören. So bin ich dann in die eigentliche Lounge der Swiss, nämlich in die Allways Lounge (Review). Interessanterweise verwendet LX für die F nicht die Lufthansa Lounge (Review). Die Swiss First Passagiere bekommen in der Allways Lounge einen VIP Room. Dort habe ich bis zum Boarding gewartet. Die Begleiterin hat mich abgeholt und ohne Wartezeit in den A330 nach Zürich bugsiert. Gerade beim Boarding ist so eine Hilfe der Airline schon extrem angenehm. Man wartet als F Passagier wirklich überhaupt nicht.

Die A330 First der Swiss finde ich sehr nett. Die Sitze sind nicht so ganz offen wie bei Lufthansa und ein wenig mehr geschützt. Das Design ist sehr ansprechend. Die Holzoberflächen machen eine sehr heimelige Stimmung. Die Materialien wirken äußerst gelungen.

Alles war perfekt sauber. Auf dem Platz hat bereits Kleiderhaken, Pantoffeln und der Amenity Kit gewartet. Die Flugbegleiterinnen haben sich nach der Begleitung zum Sitz vorgestellt. Auch der Purser hat vorbeigeschaut, mir den Internet Voucher vorbeigebracht (eine nette Geste) und mich als Gast der First begrüßt. Als pre-departure Drink wurde es natürlich Champagner. Einen sehr angenehmen Pyjama hat man auch vorbeigebracht. Der Amenity Kit hat durchwegs einen hochwertigen Eindruck gemacht.

Die Mitarbeiter der First und der Purser waren super nett und höflich. Gerade die Flugbegleiterinnen in der F haben mich beeindruckt. Neben mir war ein Gast mit französischer und englischer Sprache in der F Section. Ohne irgendein Problem hat die Dame die drei Sprachen gewechselt, wobei sie beim mir ins Schweizer Deutsch gekippt ist. Als Österreicher verstehe ich es, kann es aber nicht korrekt anwenden ;)

Irgendwann war die Maschine voll. Der Passagier vor mir war ein Operational Upgrade und von der First ein wenig eingeschüchtert. Ist man schon häufiger in der F geflogen, dann weiß man, dass es eine Pyjama Party für Erwachsene mit Alkohol ist ;) Ich in Pyjama (und natürlich weiter mit angezogenen Schuhen für eine etwaige Evakuierung) ging es dann nach Zürich.

Als erste Vorspeise gab es ein Samosa und den traditionellen Lachs der Swiss. Der Lachs top, es muss nicht immer Kaviar sein. Dann wurde es Schinken und Wurst. Man kann natürlich sagen, dass das für eine First ein wenig banal ist. Die Qualität war aber hervorragend und ich fand es sogar ein lustiges Gericht. Die indische vegetarische Hauptspeise war gut. Für ein in Indien gekochtes Gericht ein wenig mau, also geht sicher ein wenig geschmacksintensiver. Insgesamt habe ich mir ein total verrücktes Menü zusammengestellt, aber das war mein Wunsch.

Im Nebensitz wurde mein Bettchen hergerichtet. Drei Polster, sehr gutes Bettzeug und ein angenehmer Pyjama haben mich wirklich gut schlafen lassen.

Kurz vor Zürich hat man mich mit einem Smoothie geweckt. Natürlich habe ich mir noch das Frühstück gegeben. Ein wenig Obst, Juice, ein doppelter Espresso, Käse und Schinken haben gereicht.

Der Service war absolut perfekt. Die Damen waren unheimlich höflich und umsichtig. So stellt man sich First Flugbegleiterinnen vor.

Diese First Tour hat mir sehr gut gefallen. Insgesamt ist das Produkt sehr stimmig. Der schweizer Touch des Catering hat mir wirklich gut gefallen. Die Gimmicks (Pyjama, Amenity Kit usw.) finde ich gelungen. Der First Sitz ist durchaus sehr bequem, das holzlastige Design der Kabine kommt super rüber.

Im Landeanflug noch einen zweiten Espresso und ich war in Zürich ;)